Tote in den USA: Blizzard – Prozesse und Super-Bowl-Feier vertagt
Aktualisiert

Tote in den USABlizzard – Prozesse und Super-Bowl-Feier vertagt

Das Winterwetter hält den Mittleren Westen und Nordosten der USA in seinem Griff – es gab mehrere Todesopfer. Die Super-Bowl-Gewinner müssen ihre Siegesfeier verschieben.

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Zwei Menschen kämpfen sich durch die Schneemassen in Boston.

Zwei Menschen kämpfen sich durch die Schneemassen in Boston.

Keystone/John Cetrino
Ein Räumungsfahrzeug befreit ein Trottoir in Chicago vom Schnee.

Ein Räumungsfahrzeug befreit ein Trottoir in Chicago vom Schnee.

Keystone/Kamil Krzaczynski
Die Riesen-Skulptur «The Bean» in Chicago ist völlig vereist.

Die Riesen-Skulptur «The Bean» in Chicago ist völlig vereist.

Keystone/Kamil Krzaczynski

Bei dem neuen Wintersturm sind im Mittleren Westen und im Nordosten der USA mehrere Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, wurde im US-Staat Massachusetts eine Frau von einem Schneepflug erfasst und tödlich verletzt. In New York starben bei einem wetterbedingten Massenkarambolage auf einer Autobahn in Rye zwei Menschen.

Ein Polizist in Toledo im US-Staat Ohio erlag einer mutmasslichen Herzattacke, als er am Sonntag vor seinem Haus Schnee schippte. Der Bürgermeister der Stadt, D. Michael Collins, erlitt nach einer Pressekonferenz auf dem Heimweg einen Herzinfarkt und krachte mit seinem Geländewagen gegen einen Leitungsmast. Er befindet sich in kritischem Zustand.

Tausende Flüge abgesagt, 40 Zentimeter Neuschnee

Der Wintersturm sorgte vielerorts für Chaos. Mehr als 5300 Flüge wurden seit Sonntag gestrichen, das Sturmsystem bewegte sich am Montag durch Pennsylvania, New York und dann in die Region New England. Zuvor hatte der Sturm im Grossraum von Chicago fast einen halben Meter Schnee gebracht. Der aus dem Film «Und täglich grüsst das Murmeltier» bekannte Nager Punxsutawney Phil sagte sechs weitere Wochen Winter voraus.

Im Nordosten war es der zweite Schneesturm binnen weniger Tage. In Boston gingen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee nieder - nach bis zu einem Meter in der vergangenen Woche. In Hartford in Connecticut sowie Providence in Rhode Island, dem Süden von New Hampshire und Vermont brachte der Sturm bis zu 30 Zentimeter Schnee. Die Region ächzte vergangene Woche unter einer bis zu 90 Zentimeter dicken Schneedecke.

Erst vergangene Woche hatte Schneesturm «Juno» weite Teile der Ostküste lahmgelegt. Diesmal waren besonders die Metropolen Chicago und Boston betroffen.

Warnung vor «Schockfrost»

Im Staat New York galt eine Sturmwarnung für mehr als 20 Bezirke. In Big Apple mussten Pendler zweieinhalb Stunden in einer überfüllten U-Bahn ausharren, nachdem der Strom ausgefallen war. Schliesslich brachte ein Abschleppdienst die Bahn zu einer Haltestelle.

Der nationale Wetterdienst warnte für New York und Long Island vor «Schockfrost», der für gefährlich spiegelglatte Fahrbahnen sorgen könne. Ähnliche Warnungen gab es für Philadelphia und Maine.

Verfahren gegen Boston-Bomber verschoben

Der Sturm brachte auch Verschiebungen für zwei der grössten Gerichtsprozesses in den USA. In New York wurde das Mordverfahren gegen den früheren Football-Spieler Aaron Hernandez vertagt, in Boston die Geschworenenauswahl im Prozess gegen den mutmasslichen Marathon-Bomber Dschochar Zarnajew. Beide sollten am Dienstag weitergehen.

In Boston sollen die Schulen den zweiten Tag in Folge geschlossen bleiben. Bürgermeister Marty Walsh drängte Autofahrer zudem, sich von den Strassen fernzuhalten. Auf diese Weise könne der Schnee für eine in der Innenstadt geplante Parade zu Ehren der New England Patriots geräumt werden. Die Footballmannschaft hatte am Sonntag zum vierten Mal den Super Bowl gewonnen. Ursprünglich war die Parade für Dienstagmorgen angedacht, doch Walsh liess sie auf Mittwochmorgen verschieben.

(sda)

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