Aktualisiert 19.12.2011 18:45

«BaZ» im GegenwindBlocher beschert der Konkurrenz Gewinne

Viele Leser haben keine Lust mehr auf die «Basler Zeitung» und kündigen ihr Abo. Profitieren können die zwei anderen Zeitungen aus der Region: Die «bz» und die «TagesWoche».

von
egg
Für Spott braucht Christoph Blocher in Basel derzeit nicht zu sorgen: Transparent an der «BaZ»-Demo am Samstag.

Für Spott braucht Christoph Blocher in Basel derzeit nicht zu sorgen: Transparent an der «BaZ»-Demo am Samstag.

Die erneuten Wirren um die «Basler Zeitung» («BaZ») lassen die Konkurrenz jubeln: Bei der «TagesWoche» habe man in den letzten Tagen «sicher 400 bis 500» Neu-Abonnenten dazugewonnen, sagt Redaktionsleiter Urs Buess. «Zudem erhalten wir Mails mit der Aufforderung, aus unserem jetzigen Produkt eine Tageszeitung zu machen», ergänzt er.

Die «TagesWoche» gibt es erst seit etwas mehr als 50 Tagen. Die junge Zeitung erscheint am Freitg als gedruckte Ausgabe mit Hintergründen und Analysen, online ist sie tagesaktuell. Sie wird von der Stiftung für Medienvielfalt in Basel finanziert, die wiederum von Beatrice Oeris Stiftung Levedo alimentiert wird.

«bz» profitiert bereits zum zweiten Mal

Auch die «Basellandschaftliche Zeitung («bz») aus dem Hause der AZ Medien habe letzte Woche «markant zunehmende Spontanbestellungen» verzeichnen können, wie es bei der Unternehmenskommunikation heisst. Zurzeit lägen aber noch keine definitiven Auswertungen vor.

Die «bz» kann damit bereits zum zweiten Mal von den «BaZ»-Wirren profitieren: Auch im Herbst 2010, nachdem das Engagement von Blochers Beratungsfirma Robinvest bei der «Basler Zeitung» bekannt wurde, gewann die «bz» viele neue Abonnente hinzu. Verleger Peter Wanner sprach damals von rund 300.

«Brutal»: Über 1000 «BaZ»-Abonnenten weg

Gemäss Markus Somm hat der Besitzerwechsel von letzter Woche bei der BaZ sowie das versteckte Engagement von Christoph Blocher die Zeitung über tausend Abonnenten gekostet. Das sei «brutal», sagte Somm in einem Interview mit dem «Sonntagsblick».

Die «BaZ» ist nach dem Rückzug von Moritz Suter Mitte letzter Woche von Blochers Tochter Rahel an Tito Tettamanti verkauft worden. Der SVP-Chefstratege und Milliardär ist aber nach wie vor über eine Defizitgarantie an der Zeitung beteiligt. (egg/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.