Blocher beschwört die Neutralität
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Blocher beschwört die Neutralität

Die Schweiz soll sich auf die Kraft der alten Freiheit besinnen und selbstbewusst Ja zur Unabhängigkeit sagen.

Dazu hat Bundesrat Christoph Blocher am Sonntag an der Feier zum Gedenken an den Rütli-Rapport von 1940 aufgerufen.

Bundesrat Blocher erinnerte in seiner Rede ausführlich an die Umstände und die Geschehnisse, die General Guisan veranlasst hatten, die Armeespitze am 25. Juli 1940 zum Rapport aufs Rütli zu befehlen. Dort habe Guisan jene Strategie eingeleitet, die letztlich die Schweiz vor dem Krieg bewahrt habe.

Natürlich habe die Schweiz in dieser Zeit auch Fehler begangen - aus heutiger Sicht beurteilt. Doch sei es gelungen, den Krieg als neutraler Staat zu überstehen: «Die Strategie hatte Erfolg, und das ist entscheidend», sagte Blocher.

Neutralität als Garantie

Deshalb könne er nicht verstehen, dass bereits die Ankündigung der Gedenkfeier für den Rütli-Rapport Kritik ausgelöst habe, sagte Blocher. Dahinter stecke wohl die Angst, dass ein Ereignis Wirkung entfalten könne, bei dem der Wille zur Unabhängigkeit in Freiheit und zur bewaffneten Neutralität im Mittelpunkt stehe.

Denn diese Werte seien die Antwort auf die Frage: «Was haben wir zu verteidigen?» Die dauernde bewaffnete Neutralität biete dafür die beste Garantie als Überlebensstrategie. Der Kleine am Rockzipfel des Grossen möge sich einen Sicherheitsgewinn erhoffen: «Er täuscht sich.»

Es sei die Neutralität, welche die Beständigkeit garantiere, den wichtigsten aussenpolitischen Trumpf im internationalen Kräftespiel. Wie vor 65 Jahren gehe es auch heute darum, den Angriff einer fremden Armee zu verhindern.

Deshalb solle sich das Land im Aufbruch auf die Kraft der alten Freiheit besinnen. Aus dem Ja zur Unabhängigkeit hätten sich immer wieder Wege finden lassen, um die Freiheit und den Wohlstand des Landes zu sichern, sagte Bundesrat Blocher weiter.

Mehrere hundert Teilnehmer

Zur Gedenkfeier hatten sich mehrere hundert Personen auf dem Rütli versammelt, mindestens so viele wie jeweils an der jährlichen 1.-August-Feier. Einige davon erschienen in Uniformen und Trachten. Rechtsextreme waren nur vereinzelt auszumachen.

Organisiert wurde die Feier von nationalkonservativen Vereinen und Institutionen wie Pro Tell und Aktion Aktivdienst. OK-Präsident Bruno Maurer und der Urner Landammann Josef Arnold erinnerten an die bewegte Geschichte des Rütlis. Maurer bedauerte ausdrücklich die Abwesenheit der Armeespitze.

Als erste Rednerin hatte die Urner Nationalrätin Gabi Huber an die Solidarität gegen innen und aussen appelliert. Für ihre Unterstützung der Armee XXI und des bilateralen Wegs erntete sie allerdings vernehmliches Murren. Besser kam ein Student an, der für die Bewahrung der Grenzen eintrat.

(sda)

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