Reise geplatzt: Blocher musste an Eritreas Grenze umkehren
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Reise geplatztBlocher musste an Eritreas Grenze umkehren

Christoph Blocher plante eine grosse Eritrea-Reise. Da er jedoch eine falsche Reiseroute wählte, wurde er gar nicht erst ins Land gelassen.

von
J. Büchi
Christoph Blocher war schon in China, Nordkorea und im Iran. An der eritreischen Grenze gabs für ihn jedoch kein Durchkommen.

Christoph Blocher war schon in China, Nordkorea und im Iran. An der eritreischen Grenze gabs für ihn jedoch kein Durchkommen.

Es ist aktuell eine der grossen Fragen in der Schweizer Asylpolitik: Dürfen Flüchtlinge aus Eritrea in ihre Heimat zurückgeschickt werden – oder drohen ihnen dort Tod und Folter? Mitten in dieser Debatte kündigte SVP-Übervater Christoph Blocher an, noch dieses Jahr in das afrikanische Land zu reisen. «Ich werde auf jeden Fall fragen, was mit den Leuten passiert, die den Dienst verweigern, ob sie gefoltert werden», sagte er im März in der «Basler Zeitung» mit Verweis auf die Militärdienst-Verweigerer. Was wurde aus den Reise-Plänen? 20 Minuten hat beim Alt-Bundesrat nachgefragt.

Die Antwort überrascht: «Ich habe im April, als ich in Äthiopien war, bereits versucht, ins Land einzureisen. Leider musste ich aber an der eritreischen Grenze wieder umkehren.» Sein Plan sei es gewesen, zusammen mit Ehefrau Silvia die äthiopisch-eritreische Grenze zu überqueren. «Aber da war kein Durchkommen. Die Grenze ist absolut dicht.» Zwar hätten ihn die Berater in Bundesbern davor gewarnt – «weil ich einen Diplomatenpass habe, bin ich aber davon ausgegangen, dass das schon irgendwie klappen würde».

Kein neuer Einreiseversuch geplant

Dieses Jahr starte er sicher keinen neuen Anlauf mehr, so Blocher. Ob er zu einem späteren Zeitpunkt nach Eritrea reisen werde, sei noch offen. Halten ihn etwa auch politische Gründe von der Reise ab? Wurde ihm die Flüchtlingsthematik doch zu heiss? «Chabis», sagt Blocher. Er habe seine Position in der Eritrea-Frage immer deutlich gemacht und werde dies auch weiterhin tun: «Es gibt keinen Grund, Dienstverweigerer und Deserteure als echte Flüchtlinge aufzunehmen. Das vertrete ich seit 2004, als ich noch Bundesrat war.»

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