Blocher sieht keine persönliche Niederlage
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Blocher sieht keine persönliche Niederlage

Christoph Blocher betrachtet den Beschluss der SVP-Fraktion mit Blick auf eine Vakanz im Bundesrat nicht als persönliche Niederlage. Es sei gar nicht um ihn, sondern um die strategische Frage gegangen, ob die Fraktion schon jetzt einen Namen nennen solle oder nicht.

Das sagte Blocher im Internetfernsehen «Teleblocher». Nur die Journalisten meinten, er sei nun geschlagen am Boden, und schrieben ein Psychodrama herbei. Blocher räumte aber ein, dass es im «Untergrund» auch Widerstand gegen ihn gebe. Er führt dies darauf zurück, dass er von den Fraktionsmitgliedern viel fordert und dass bei Bundesratswahlen immer wieder auch persönliche Interessen in den Vordergrund rücken.

Der ehemalige Justizminister wollte sich nach wie vor nicht festlegen, ob er im Falle eines Rücktritts von Bundesrat Samuel Schmid zu einer Kandidatur bereit wäre. Diese Frage könne erst beantwortet werden, wenn sie sich stelle. Dann gehe es um die Frage, ob er sich diese schwierige Aufgabe zutraue und ob er kandidieren solle, auch wenn er selber nicht an eine Wahl glaube.

Eine Kandidatur würde ihm sicher schwer fallen. Aber er könne auch nicht auf etwas verzichten, «was nicht da ist». Blocher sagte, er stehe dieser Diskussion und der Frage, ob er sich völlig aus der Politik zurückziehen solle, völlig unverkrampft gegenüber. «Ich bin ausserhalb von diesem Spiel», sagte er.

Die SVP-Fraktion hatte am vergangenen Dienstag beschlossen, im Falle einer Vakanz im VBS anzutreten. Mit 29 zu 27 Stimmen bei vier Enthaltungen sprach sie sich aber dagegen aus, schon einen Namen anzukündigen. Die Parteispitze wollte sich bereits auf Blocher festlegen (siehe Artikel in der Kontext-Box). (dapd)

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