«Gegen die Demokratie»: Blocher wettert über «Vorteil Schweiz»
Aktualisiert

«Gegen die Demokratie»Blocher wettert über «Vorteil Schweiz»

Der Verein Vorteil Schweiz tritt mit Millionen gegen die SVP und ihren Übervater Christoph Blocher an. Dieser äussert sich erstmals dazu.

von
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SVP-Vizepräsident Christoph Blocher äussert sich zum Verein «Vorteil Schweiz».

SVP-Vizepräsident Christoph Blocher äussert sich zum Verein «Vorteil Schweiz».

Der neu gegründete Verein Vorteil Schweiz aus Unternehmern und Politikern will für den Erhalt der bilateralen Verträge mit der EU kämpfen. Die Anfang April gegründete Vereinigung tritt dem «EU-NO»-Komitee von alt SVP-Bundesrat Christoph Blocher entgegen.

Zu den Mitgliedern von Vorteil Schweiz gehören die Unternehmer Hansjörg Wyss und Jobst Wagner – beides äusserst potente Geldgeber. SVP-Vizepräsident Christoph Blocher nimmt im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» Stellung zu seinen Gegenspielern.

Deren Forderungen tönten auf den ersten Blick gut, sagt Blocher im Interview mit der «Schweizer Illustrierten». «Für die Schweiz, Weltoffenheit, Demokratie, bilaterale Verträge. Kann ich alles unterschreiben.» Doch dies sei nur ein Deckmäntelchen: «In Wirklichkeit wollen sie den Volkswillen zur Personenfreizügigkeit nicht umsetzen. Sie sind also gegen die Demokratie!»

«Ich werde ihm einen Brief schreiben»

Blocher glaubt, dass der Unternehmer Wagner offenbar nicht gemerkt habe, mit wem er sich da einlasse. «Ich glaube nicht, dass er die hinterhältigen Absichten kennt.» Er habe Hinweise bekommen, dass es Wagner nicht recht sei, dass man ihn zum Anti-Blocher stilisiere, sagt der SVP-Politiker. «Er liess ausrichten, er habe nichts gegen mich und die SVP.»

Er wolle Wagner deshalb nun einen Brief schreiben. Denn dieser ärgere sich offenbar über die Abschaffung des Bankkundengeheimnisses. «Da geht es ihm wie mir», sagt Blocher. «Aber jene Politiker, mit denen sich Jobst Wagner nun umgibt, waren ja die treibenden Kräfte hinter dieser Abschaffung.»

Rekordteures Anker-Gemälde ersteigert

Blocher erzählt im Interview mit der Zeitschrift weiter, dass er kürzlich Geld in Renovation das Beinhauses von Marignano gesteckt habe. Dort sind Schädel der 1515 bei der Schlacht von Marignano gefallenen Schweizer aufbewahrt. Zudem bestätigte er der «Schweizer Illustrierten», dass er 2013 in einer Auktion anonym das Bild «Turnstunde in Ins» von Albert Anker gekauft habe.

Mit 7,5 Millionen Franken wurde damals ein Rekordpreis für ein Gemälde von Anker erzielt. Ab Oktober sei das Bild zusammen mit rund 80 weiteren Werken aus seiner privaten Sammlung im Museum Oskar Reinhart in Winterthur öffentlich zu sehen.

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