Pascal Couchepin: «Blocher will sachliche Debatte verhindern»
Aktualisiert

Pascal Couchepin«Blocher will sachliche Debatte verhindern»

Christoph Blocher will sich nach eigenen Angaben auf den Kampf gegen den «schleichenden» EU-Beitritt der Schweiz konzentrieren. Laut alt Bundesrat Couchepin will der SVPler nur Emotionen schüren.

Alt Bundesrat Pascal Couchepin.

Alt Bundesrat Pascal Couchepin.

Aus Sicht von alt Bundesrat Pascal Couchepin will Christoph Blocher in der Europafrage Emotionen schüren und eine sachliche Diskussion verhindern. Er traue dem Schweizer Volk zu, dass es die Pläne Blochers durchschaue, sagte Couchepin im Interview mit der «Berner Zeitung» vom Samstag.

Wenn eine breite Debatte über die EU stattfinde «und die Schweizerinnen und Schweizer sich ernsthaft mit den Beziehungen zur EU auseinandersetzen, hat er kaum eine Chance», sagte Couchepin.

Blocher gab Rücktritt vergangene Woche bekannt

Nur wenn es Blocher gelinge, einen Abwehrreflex zu provozieren und die Diskussion über eine Lösung zu verhindern, könnte er Erfolg haben, sagte Couchepin über seinen ehemaligen Kollegen im Bundesrat.

Christoph Blocher hatte vergangene Woche seinen Rücktritt aus dem Nationalrat bekannt gegeben und angekündigt, er wolle sich auf den Kampf gegen einen «schleichenden» EU-Beitritt der Schweiz konzentrieren.

Couchepin befürchtet keinen neuen Röstigraben

«Es ist typisch, dass Christoph Blocher gegen etwas kämpft, das noch nicht existiert», sagte Couchepin. Der Bundesrat habe ja für die Umsetzung der Masseinwanderungsinitiative wie auch für die Lösung der institutionellen Probleme mit der EU noch keine Lösungsvorschläge ausgearbeitet.

Der ehemalige Walliser FDP-Bundesrat glaubt nicht, dass die Masseneinwanderungsinitiative zu einem neuen Röstigraben geführt hat. In der Romandie lehnte im Gegensatz zur Deutschschweiz und dem Tessin eine Mehrheit der Stimmbevölkerung die Initiative ab. «Ich würde das nicht überbewerten. In beiden Landesteilen gab es starke Minderheiten», sagte Couchepin. (sda)

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