Hype um Cryptowährungen: Blockchain-Weiterbildungen boomen wegen Bitcoin-Höhenflug
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Hype um CryptowährungenBlockchain-Weiterbildungen boomen wegen Bitcoin-Höhenflug

Blockchain-basierte Währungen boomen. Entsprechend steigt auch die Nachfrage nach Weiterbildungen in dem Bereich. Die Hochschule Luzern will darum für Qualität und Transparenz sorgen.

von
Cheyenne Wyss
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Bitcoins und andere Blockchain-basierte Währungen boomen. Entsprechend steige die Nachfrage nach Weiterbildungen im Blockchain-Bereich.

Bitcoins und andere Blockchain-basierte Währungen boomen. Entsprechend steige die Nachfrage nach Weiterbildungen im Blockchain-Bereich.

20min/Sandro Spaeth
Weil es keine internationale Qualitäts-Standards in der Blockchain- Weiterbildungslandschaft gäbe, haben sich drei Universitäten aus Deutschland, Grossbritannien und Indien mit der Hochschule Luzern zusammengeschlossen und das Konsortium DEC Institute gegründet. 

Weil es keine internationale Qualitäts-Standards in der Blockchain- Weiterbildungslandschaft gäbe, haben sich drei Universitäten aus Deutschland, Grossbritannien und Indien mit der Hochschule Luzern zusammengeschlossen und das Konsortium DEC Institute gegründet.

Screenshot DEC Institute 
Marcel Niederberger zum Beispiel, der als Vermögensverwalter von digitalen Währungen in Zug arbeitet, wird sich für eine der Zertifikatsprüfungen anmelden. Er will sein praktisch angeeignetes Wissen nun noch akademisch vertiefen. 

Marcel Niederberger zum Beispiel, der als Vermögensverwalter von digitalen Währungen in Zug arbeitet, wird sich für eine der Zertifikatsprüfungen anmelden. Er will sein praktisch angeeignetes Wissen nun noch akademisch vertiefen.

Marcel Niederberger

Darum gehts

  • Mit dem Boom um Blockchain-basierte Währungen steigt auch die Nachfrage nach Weiterbildungen im Blockchain-Bereich, teilt die Hochschule Luzern mit.

  • Weil es aber noch keine internationalen Qualitäts-Standards in der Blockchain- Weiterbildungslandschaft gäbe, haben sich drei Universitäten aus Deutschland, Grossbritannien und Indien mit der Hochschule Luzern zusammengeschlossen.

  • Das Ziel dieses weltweit ersten Konsortiums sei der Aufbau einer international anerkannten digitalen Zertifizierungsplattform. Zertifikate sollen bessere Qualität der Weiterbildungen im Blockchain-Bereich garantieren.

  • Das DEC Institute ist auf dem Campus Zug-Rotkreuz beheimatet.

Vor wenigen Tagen knackte der Kurs der Blockchain-basierten Währung Bitcoin zum ersten Mal überhaupt die 60’000-Dollar-Marke. Ob Bitcoins oder eine andere Kryptowährung: Blockchain-basierte Währungen boomen. Entsprechend steige auch die Nachfrage nach Weiterbildungen im Blockchain-Bereich, teilte die Hochschule Luzern am Montag mit, die deshalb schreibt: Auch «Blockchain-Weiterbildungen boomen.» Weil es aber noch keine internationalen Qualitäts-Standards in der Blockchain-Weiterbildungslandschaft gäbe, hätten sich nun drei Universitäten aus Deutschland, Grossbritannien und Indien mit der Hochschule Luzern zusammen geschlossen und das «Konsortium DEC Institute» gegründet, teilt die Hochschule Luzern mit. Das DEC Institute befindet sich auf dem Campus Zug-Rotkreuz, wo auch das Departement Informatik der Hochschule Luzern angesiedelt ist. Das bietet laut Mitteilung Vorteile: «Damit ist es nicht nur in unmittelbarer Nähe zur Hochschule, sondern auch zum Crypto Valley im Kanton Zug, wo sich zahlreiche Firmen, Vereine und Stiftungen im Blockchain-Bereich niedergelassen haben.» Und die Hochschule Luzern und die drei anderen Gründerinnen, die Frankfurt School of Finance & Management, das University College London Centre for Blockchain Technologies und das International Institute of Information Technology Hyderabad würden «als Pioniere in Sachen Blockchain» gelten.

«Ich möchte meine praktische Erfahrung akademisch vertiefen»

Marcel Niederberger macht eine solche Weiterbildung im Bereich Blockchain. Zurzeit absolviert er an der Hochschule Luzern den «CAS Crypto Finance & Cryptocurrencies», während er als Head of Operations für den Krypto-Vermögensverwalter FiCAS AG in Zug tätig ist. Er will im Anschluss an den sechsmonatigen CAS an der CDAA-Zertifikatsprüfung teilnehmen (siehe Box). «Während meiner fünf Jahre in der Krypto Branche habe ich enorme praktische Erfahrung sammeln können. Mit der Weiterbildung kann ich das Wissen nun noch akademisch vertiefen», sagt der 26-Jährige zu 20 Minuten. «Endlich können sich Leute, die bereits in der Branche tätig waren und sich sehr vieles selber aneignen mussten, zertifizieren lassen.»

Auch Arbeitgeber sollen von den Weiterbildungen profitieren. Der Run auf Bitcoins und andere Kryptowährungen verunsichere viele Unternehmen, wie Blockchain-Experte und Professor Georges Grivas von der Hochschule Luzern in der Mitteilung zitiert. «Sie möchten sich natürlich rasch das Know-how verschaffen, um sich für den Wandel fit zu machen.» Ziel des DEC Institutes sei, eine international anerkannte digitale Zertifizierungsplattform zu schaffen. Zertifikate sollen laut Mitgründer Georges Grivas, der auch einen Sitz im Verwaltungsrat des Instituts innehat, sicherstellen, dass Weiterbildungen für Fachkräfte im Blockchain-Bereich gewisse fachliche Kriterien erfüllen.

Zwei Weiterbildungs-Zertifikate lanciert

Jüngst hat das DEC Institute die ersten beiden Weiterbildungs-Zertifikate lanciert, welche «Chartered Blockchain Expert I» (CBX) und Chartered Digital Asset Analyst» (CDAA) heissen. Wer ein derart zertifiziertes Diplom anstrebe, kann für die Vorbereitung zur Prüfung eine vom DEC Institute anerkannte Weiterbildung besuchen. Das Institut selbst bietet keine eigenen Kurse an, wie Grivas betont: «Es besteht somit keine Konkurrenz zum Weiterbildungs-Angebot von Universitäten und Fachhochschulen.» An der Hochschule Luzern etwa qualifizieren sich Absolventinnen und Absolventen des CAS Blockchain automatisch für die CBX-Zertifikatsprüfung; die Weiterbildung dient als Vorbereitungskurs. Wer den auf Kryptowährungen fokussierenden CAS Crypto Finance & Cryptoocurrencies belegt, kann an der CDAA-Zertifikatsprüfung teilnehmen.

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