Aktualisiert 03.04.2020 09:24

Lokführer (51) tot

Deutsches Kriminalamt untersucht BLS-Unglück

Ein Güterzug der BLS ist nördlich von Basel verunglückt. Er fuhr laut Medienberichten in ein Brückenteil und entgleiste. Es sollen mehrere Personen verletzt sein.

von
vro

Im baden-württembergischen Auggen ist es am Donnerstagabend um 19.30 Uhr zu einem schweren Zugunglück gekommen. Ein Güterzug der BLS, der Richtung Basel unterwegs war, ist auf der Rheintalstrecke in ein Brückenteil gekracht. Das Betonteil war zuvor von der sich noch im Bau befindenden Brücke in den Gleisbereich gestürzt. «Ein Teil der Brücke ist heruntergefallen, sodass der Zug nicht mehr abbremsen konnte und mit dem Teil kollidierte», sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Freiburg.

Ein Leser-Reporter, der in der Nähe war, berichtet, der Zug hätte nach Spiez und weiter nach Italien fahren sollen. In Weil am Rhein habe bereits ein Lokführer gewartet, der den Zug hätte übernehmen sollen. Der Zug sei um 19.19 Uhr von Freiburg im Breisgau abgefahren in Richtung Italien mit Ziel Novara, sagt BLS-Mediensprecher Stefan Dauner auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dieser Zug wurde zwar von einer BLS-Lok gezogen, verantwortlich für den Bahnverkehr bis Basel war laut dem BLS-Sprecher jedoch SBB Cargo International.

Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Freiburg bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass der 51-jährige Lokführer beim Unglück ums Leben kam. Der Güterzug führte auch einen Personenwagen mit, auf dem restlichen Teil befanden sich LKW. Im Personenwagen befanden sich deren Fahrer, insgesamt zehn Personen. Die meisten von ihnen wurden laut der Polizei leicht verletzt. Mehrere Waggons sind aus den Schienen gesprungen.

Sven Flore, CEO von SBB Cargo International, ist tief betroffen: «Ich bin bestürzt und bedaure dieses tragische Zugunglück zutiefst. In Gedanken sind wir beim verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen – mein aufrichtiges Beileid. Den Verletzten wünschen wir rasch gute Besserung.» Das Unternehmen betonte in einer Mitteilung vom Freitag, man unterstütze die deutschen Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache.

Gemäss der «Badischen Zeitung» wird in der Nähe des Unglücksortes an der Bahnstrecke gebaut. Derzeit werde eine Brücke abgerissen und in der Nähe eine neue errichtet.

Strecke bleibt bis Montag gesperrt

Die Deutsche Bahn schrieb auf Twitter, nach der Güterzugentgleisung sei die Strecke Freiburg (D)–Basel gesperrt. Die Sperrung werde voraussichtlich bis kommenden Montagvormittag dauern. Polizei und Rettungskräfte waren am Abend mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Freiburg und Basel hat auch Auswirkungen auf den internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland. So starten die ICE-Züge Richtung Norden erst in Freiburg, wie es bei der Deutschen Bahn weiter heisst. Zwischen Basel und Freiburg verkehren Ersatzbusse respektive Regionalzüge. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 90 Minuten. Der Güterverkehr ist auf der betroffenen Strecke nun ebenfalls eingestellt und wird nach Möglichkeit über Singen (D) umgeleitet.

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, äusserte sich tief betroffen über das Zugunglück: «Unsere Gedanken sind jetzt bei dem verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung.» Selbstverständlich unterstütze die Deutsche Bahn die Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache.

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In Baden-Württemberg hat sich am Donnerstagabend ein schweres Zugunglück ereignet.

In Baden-Württemberg hat sich am Donnerstagabend ein schweres Zugunglück ereignet.

kamera24
Ein Güterzug ist in ein Brückenteil gekracht.

Ein Güterzug ist in ein Brückenteil gekracht.

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Es handelt sich um einen Güterzug der BLS, der Richtung Schweiz fuhr.

Es handelt sich um einen Güterzug der BLS, der Richtung Schweiz fuhr.

Leser-Reporter

(vro/sda)

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