Lange Krankheit: Blues-Legende B.B. King ist tot
Aktualisiert

Lange KrankheitBlues-Legende B.B. King ist tot

Trauer um einen der grössten Blues-Musiker aller Zeiten: B.B.King ist in Las Vegas gestorben. Zu seinen berühmtesten Liedern gehören «Every Day I Have the Blues» und «The Thrill Is Gone».

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Im Alter von 89 Jahren ist B.B. King am 15. Mai gestorben. Mediziner gingen davon aus, dass eine Serie kleiner Schlaganfälle zum Tod geführt hat. Seine Töchter erheben jetzt allerdings den Vorwurf, dass die Blueslegende vergiftet wurde.

Im Alter von 89 Jahren ist B.B. King am 15. Mai gestorben. Mediziner gingen davon aus, dass eine Serie kleiner Schlaganfälle zum Tod geführt hat. Seine Töchter erheben jetzt allerdings den Vorwurf, dass die Blueslegende vergiftet wurde.

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King galt als «König des Blues».

King galt als «König des Blues».

epa/Laurent Gillieron
Für seine Virtuosität an der Gitarre wurde er weltberühmt.

Für seine Virtuosität an der Gitarre wurde er weltberühmt.

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Mit seiner Gitarre und seiner kraftvollen Stimme zauberte B.B. King über Jahrzehnte hinweg das grosse Blues-Feeling herbei. Nun ist der «King of the Blues» für immer verstummt.

Verabschiedet hatte sich B.B. King schon vor zehn Jahren. Trotzdem sollte der Musiker 2011 mit 85 Jahren am Montreux Jazz Festival wieder den legendären Hüftschwung hinlegen und mit seinem Blues-Feeling begeistern. Solange ihn das Publikum sehen wolle, werde er auch auftreten, versprach er bei seinen Konzerten.

Fragil und gehbehindert, aber weiter sprühend vor Witz und Energie trat die Blues-Legende noch im vergangenen Herbst in den USA auf. Doch nun hat sich der «King of the Blues» für immer verabschiedet. Mit 89 Jahren ist der Sänger und Gitarrist, der seit vielen Jahren an Diabetes litt, in Las Vegas gestorben.

Der Mann mit der Gitarre

Mit «Lucille», wie er seine Gitarren liebevoll nannte, spielte und sang der Amerikaner den Blues so, wie er ihn als Kind im Mississippi-Delta gehört hatte. Nur eins übertreffe «Lucille», gestand King seinem Biografen: «Richtiger Sex mit einer richtigen Frau.»

Seine beiden Ehen scheiterten, vor allem wohl, weil er immer auf Achse war. 15 Kinder soll er gezeugt haben, mit 15 verschiedenen Frauen, nicht ein einziges ehelich. «Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Müttern meiner Kinder – vorher, währenddessen und hinterher», prahlte der Schwerenöter.

Als Sohn von Plantagenarbeiter geboren

Obwohl Blues, die Urform des Jazz, sein Leben war, machte es ihm zu schaffen, «nur» als Blues-Musiker geschätzt zu werden. «Blues-Sänger zu sein ist so, als ob man gleich zwei Mal schwarz wäre», heisst es in seiner Biografie («B.B. King: Ein Leben mit dem Blues»).

Mit Bewunderung blicke er zu Jazz-Kollegen wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und Charlie Parker auf. Wie sie spielten, gehe schlicht über seinen Horizont. «Blues ist eine einfache Musik», sagte er, «und ich bin ein einfacher Mann.»

Schwere Kindheit

Geboren wurde Riley B. King am 16. September 1925 als Sohn armer Plantagenarbeiter in Indianola (Mississippi). Sein Vater verlässt die Familie, als er vier ist. Die Mutter stirbt bald darauf. Schwere Feldarbeit hilft dem Jungen zu überleben. Er singt in Gospelchors, bringt sich selbst das Gitarrespielen bei und zieht schliesslich für ein paar lausige Dollar von einer Südstaaten-Kaschemme zur anderen.

Den kraftvollen Anschlag aus dem Handgelenk und die langen Läufe, die seine Gibson zum Jauchzen bringen, hatte King schon ganz gut drauf, als er Ende der 40er-Jahre nach Memphis ging. Dort engagierte man ihn als den «Blues Boy» für eine Radio-Show. Aus «Blues Boy» wurde B.B.

Bewunderer wie Clapton oder Lennon

Und den Titel «The King of the Blues», den er sich selbst mit einem gleichnamigen Album zulegt, macht ihm spätestens seit 1987 keiner mehr streitig: 62-jährig erhielt B.B. King den Lebenswerk-Grammy. Dass er sein Repertoire auch ein Vierteljahrhundert später noch anreichern würde, ahnte damals niemand.

Den Durchbruch hatte King schon Ende der 60er-Jahre mit seiner Erfolgsnummer «The Thrill Is Gone» geschafft. Über Nacht wollte alle Welt seinen Blues hören. King wurde zur Gartenparty der britischen Queen eingeladen, zum Empfang im Weissen Haus. Schwedens König Carl XVI. Gustaf verlieh ihm den vornehmen Polar-Musikpreis. US-Präsident Barack Obama lud die Musiklegende 2012 zusammen mit Mick Jagger und anderen Blues- und Rockgrössen in seine Washingtoner Residenz ein.

Ohne B.B. King hätte der Blues vielleicht nie das Image der Arme- Schlucker-Musik aus den Schwarzenghettos abgestreift. Er beobachtete derweil mit wachsender Irritation, wie sich die Jugend für Rock'n'Roll begeisterte. Als Aussenseiter fühlte er sich auch, als der Soul aufkam.

Später grämte er sich, dass die Hip-Hop-Generation «leider oft kein Interesse am echten Blues» habe. Dabei hatte er viele Bewunderer, darunter Eric Clapton und John Mayall. Auch John Lennon sagte einmal, er würde gern Gitarre spielen können wie B.B. King.

B.B. Kings Hit «Three O'Clock Blues»

(Quelle: Youtube/spiritzeng) (sda)

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