Herisau AR: Blüttler muss vor Richter antraben
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Herisau ARBlüttler muss vor Richter antraben

R. K.* wanderte im Adamskostüm durch Appenzeller Hügel – vorbei an einer Feuerstelle und einer christlichen Klinik. Nun wird dem Nackedei der Prozess gemacht.

von
sas/hal

R. K. wird vorgeworfen, im vergangenen Oktober im Gebiet Niesch­berg bei Heris­au AR unbekleidet auf ­einem öffentlichen Wanderweg spaziert zu haben. Dabei passierte er auch eine belebte Feuerstelle und – der Zufall wollte es so – das christliche Rehabilitationszentrum Best Hope.

«Eine Passantin hat den Mann angezeigt», so Christian Bötschi von der Staatsanwaltschaft Ausserrhoden. Er bezeichnet den Fall zwar als «Bagatelle». Aber: «Es gibt kein Grundrecht auf Nacktwandern. Der Blüttler wird wegen unanständigem Benehmen – öffentlichem und grobem ­Verletzen von Sitte und Anstand – sowie dem Nicht-­Bezahlen der Busse von 100 Franken ­angeklagt. Dies insbesondere deshalb, da K. auf «viel begangenen Wegen wanderte», wie es in der Verfügung heisst.

«Das geht Richtung Willkür. Es gibt dafür keine Rechtsgrundlage», ärgert sich der Mann, der verspricht, vor Gericht Kleider zu tragen. Vertreten wird er vom Sprecher der Schweizer Nacktwanderszene mit dem Künstlernamen Puistola Grottenpösch. Dieser spricht von einem Präzedenzfall und plädiert auf Einstellung des Verfahrens: «Jeder hat das Recht, seine Kleider frei zu wählen – oder eben keine anzuziehen. Ein Schuldspruch ist gar nicht möglich, da es keine Sittenstrafe gibt.»

Dem entgegnet Bötschi: «Es handelt sich hier nicht um eine Gesetzesvorschrift gegen Nacktwandern, sondern um eine ganz normale Übertretungsvorschrift.»

* Name der Redaktion bekannt

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