Aktualisiert 20.07.2017 11:11

Gewaltsamer TodBlut auf Turiner Grabtuch deutet auf Folter hin

Forscher haben auf dem berühmten Grabtuch von Turin Blutspuren entdeckt. Diese verraten viel über den darin Eingewickelten.

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Italienische Forscher haben gezeigt, dass das Turiner Grabtuch Blutspuren eines Folteropfers aufweist. Damit widerlegen sie all jene Theorien, die festhalten, bei dem Tuch handle es sich um eine mittelalterliche Fälschung, die lediglich bemalt sei.

Italienische Forscher haben gezeigt, dass das Turiner Grabtuch Blutspuren eines Folteropfers aufweist. Damit widerlegen sie all jene Theorien, die festhalten, bei dem Tuch handle es sich um eine mittelalterliche Fälschung, die lediglich bemalt sei.

/Marco Destefanis/Pacific Press/LightRocket
Obwohl die katholische Kirche sich nicht zur Echtheit des Grabtuchs geäussert hat, befindet es sich in der Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers in Turin. Bei seinem Besuch am 21. Juni 2015 betete Papst Franziskus in dieser Kirche vor dem Grabtuch.

Obwohl die katholische Kirche sich nicht zur Echtheit des Grabtuchs geäussert hat, befindet es sich in der Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers in Turin. Bei seinem Besuch am 21. Juni 2015 betete Papst Franziskus in dieser Kirche vor dem Grabtuch.

Wikimedia Commons/PD
Hier eine Röntgenaufnahme des Tuchs. Sie zeigt das Gesicht eines Mannes, der seine Hände auf Höhe des Beckens überkreuzt – und damit etwas, ...

Hier eine Röntgenaufnahme des Tuchs. Sie zeigt das Gesicht eines Mannes, der seine Hände auf Höhe des Beckens überkreuzt – und damit etwas, ...

/Patrick Mesner

Das Turiner Grabtuch wird von vielen Gläubigen verehrt. Sie glauben, dass Jesus von Nazareth nach seiner Kreuzigung darin begraben wurde. Beweise gibt es dafür aber nicht. Deshalb haben sich italienische Forscher die Untersuchung der Reliquie noch einmal vorgenommen. Dabei entdeckten sie verräterische Nanopartikel – Blut.

«Das Blut enthielt ein hohes Mass an Substanzen, die Kreatinin und Ferritin genannt werden. Sie werden bei Patienten gefunden, die starke Traumata wie zum Beispiel Folter erlitten haben», so Elvio Carlino vom Institut für Kristallographie in Bari in einer Mitteilung der Universität Padua. Das deute auf einen gewalttätigen Tod des Mannes hin, dessen Blut sich auf dem Turiner Grabtuch befindet.

Echtheit bestätigt

Die identifizierten Partikel weisen eine «besondere Struktur, Grösse und Verteilung auf», wie das Team im Fachjournal «PLOS One» schreibt. Sie seien nicht typisch für eine gesunde Person.

Damit widersprechen die Ergebnisse den Behauptungen, bei dem Tuch handle es sich um eine mittelalterliche Fälschung, die lediglich bemalt sei. Denn die Eigenschaften dieser Partikel «können keine Artefakte sein, die im Laufe der Jahrhunderte dem Stoff des Grabtuchs hinzugefügt worden sind», so Carlinos Co-Autor Giulio Fanti.

Möglich machte die Untersuchung eine neu entwickelte Methode der Elektronenmikroskopie, mit der erstmals Untersuchungen im Nanobereich möglich waren.

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