Blut und Eisen in Dietikon
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Blut und Eisen in Dietikon

Der Sänger Marko «Thompson» Perkovic tritt im Mai in der Stadthalle Dietikon auf. Der kroatische Neofaschist besingt die Tötung von Serben, verherrlicht Kriegsverbrecher und willige Helfer der deutschen Nazis.

Marko «Thompson» Perkovic tritt am 11. Mai in der Stadthalle Dietikon auf. Die PR-Strategie des Veranstalters ist ruhiger Art. Nur Eingeweihte wissen, wo man Tickets kaufen kann. Dennoch ist eineinhalb Monate vor dem Konzert bereits die Hälfte der Tickets weg, wie der Veranstalter auf Anfrage bestätigte.

Schlägerei bei Konzert in Luzern

Zuletzt hatte Marko Perkovic letzten Sommer in Luzern für Furore gesorgt. Im Dunstkreis seines Auftrittes in der Messehalle Allmend war es zu einigen Schlägereien gekommen, die Kantonspolizei musste anrücken, wie Sprecher Simon Kopp auf Anfrage sagte. Kein Wunder: Perkovic verfügt über wenig integrative Ausstrahlung. Sein Markenzeichen ist ein Schwert, das er zu Beginn seiner Konzerte in die Bühne rammt. Danach singt er Ultranationalistisches, sammelt Geld für angeklagte kroatische Kriegsverbrecher und besingt laut «Tages-Anzeiger» den Mord an Serben, die man «ins Meer werfen müsse».

Ustascha-Verherrlichung

Er selber und seine Anhänger gehen als Neo-Faschisten durch. Perkovic singt von der Ustascha-Miliz, die im zweiten Weltkrieg im KZ Jasenovac die Ermordung der Minderheiten, vor allem aber der Serben besorgte. Seine Anhänger tragen die Embleme der Ustascha-Schergen, Hitlergrüsse an seinen Konzerten sind keine Seltenheit, wie eine TV-Übertragung eines Konzertes vom letzten Jahr in Zagreb zeigte.

Bei der Stadthalle Dietikon bestätigt man den Termin des kroatischen Neo-Faschisten. Reto Siegrist, Präsident der Genossenschaft Stadthalle Dietikon, kennt Perkovic nicht und hatte von seinem Auftritt auch keine Kenntnis. «Wir werden uns mit der Polizei zusammensetzen und die Lage einschätzen. Wir arbeiten mit dem betreffenden Veranstalter seit Jahren zusammen. Es gab noch nie Probleme», sagt Siegrist.

Ustascha

Die Ustascha war eine radikale Organisation kroatischer Nationalisten, die seit 1929 von Italien und Ungarn aus für ein unabhängiges Kroatien kämpfte. Im zweiten Weltkrieg übernahm die Ustascha unter General Pavelic in Kroatien die Macht und richtete in Jasenovac ein Konzentrationslager zur Vernichtung von Juden, Muslimen und Serben ein.

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