Aktualisiert 25.04.2007 11:32

Blutbad auf Ölfeld: Äthiopien beschuldigt Eritrea

Äthiopien hat dem verfeindeten Nachbarland Eritrea die Schuld an einem Blutbad auf einem äthiopischen Ölfeld mit mindestens 74 Toten gegeben.

Die Urheber dieses «terroristischen Anschlags» gehörten zur «Front der Vernichtung», die von der Regierung Eritreas angeführt werde, erklärte das äthiopische Informationsministerium am Mittwoch. Am Dienstag hatte sich die Rebellengruppe Nationale Befreiungsfront von Ogaden (ONLF) zu dem Angriff bekannt.

Die Gruppe wird nach äthiopischer Darstellung von Eritrea unterstützt. Eritrea wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Äthiopien suche nur einen Vorwand, um einen neuen Krieg anzuzetteln, sagte der eritreische Informationsminister Ali Abu der Nachrichtenagentur AFP.

Solche Beschuldigungen dienten den Äthiopiern nur dazu, von ihren eigenen innenpolitischen Krisen abzulenken. Äthiopien und Eritrea beschuldigen sich regelmässig feindlicher Aktivitäten. Die beiden Länder führten von 1998 bis 2000 Krieg um den Verlauf der gemeinsamen Grenze, über den sie bis heute streiten.

Bei dem Überfall auf das Ölfeld einer chinesischen Ölgesellschaft im ostäthiopischen Bundesstaat Somali waren am Dienstag 65 Äthiopier und neun chinesische Arbeiter getötet worden, sieben Chinesen wurden verschleppt.

Am Abend bekannte sich die ONLF zu dem Angriff. Sie kämpft für die Unabhängigkeit der somalischen Minderheit im Osten des Landes. Die ONLF-Kämpfer hatten ausländische Firmen im vergangenen Jahr davor gewarnt, Öl und Gas in der Region zu fördern.

(sda)

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