Brutaler Belgier: Blutbad in Kinderkrippe - Täter vor Gericht

Aktualisiert

Brutaler BelgierBlutbad in Kinderkrippe - Täter vor Gericht

Als «Joker» verkleidet betrat 2009 ein Mann eine Kinderkrippe und stach zwei Kleinkinder und eine Betreuerin nieder. Nun muss sich der heute 24-Jährige vor Gericht verantworten.

Kim De Gelder soll seine Tat monatelang geplant haben.

Kim De Gelder soll seine Tat monatelang geplant haben.

Im Prozess um das Blutbad in einer belgischen Kinderkrippe vor vier Jahren hat am Freitag die Anklage das Wort erhalten. Staatsanwalt Yves Van Den Berge begann am Nachmittag mit der Verlesung der über 50-seitigen Anklageschrift, wie die Agentur Belga meldete.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 24-jährigen Kim De Gelder vor, am 23. Januar 2009 im Städtchen Dendermonde unweit Gent ein Blutbad angerichtet zu haben. Laut der Anklageschrift, die schon zuvor der Presse zugänglich gemacht wurde, hatte De Gelder die Tat monatelang minutiös geplant.

Geschminkt wie der «Joker»

Am Vormittag des Januartages fuhr er demnach mit dem Velo - Messer und ein Beil im Rucksack - zur Krippe «Fabelland». Das Gesicht soll er wie der «Joker» geschminkt haben, eine irre und bösartige Figur aus der «Batman»-Reihe.

Im «Fabelland» soll er zunächst die 54-jährige Mitarbeiterin Marita Blindeman angesprochen haben, um dann unvermittelt zuzustechen. Daraufhin erstach der mutmassliche Täter laut Anklageschrift ein sechs und ein neun Monate altes Kleinkind. Etwa eine Viertelstunde wütete De Gelder in der Krippe und verletzte weitere Kleinkinder und Betreuer. Die Fakten selbst hat der Beschuldigte weitgehend zugegeben. Zudem gestand er die Tötung einer 72-jährigen Frau eine Woche vor dem Amoklauf in der Krippe.

Umstritten ist die Schuldfähigkeit. Experten haben sie im Vorfeld des Prozesses bejaht, die Verteidigung wollte hingegen auf nicht schuldfähig plädieren. Die Eltern hatten zwei Jahre vor dem Amoklauf ohne Erfolg versucht, ihren Sohn in der Psychiatrie unterzubringen. Am Montag soll sich De Gelder erstmals vor Gericht selbst zu den Vorwürfen äussern. (sda)

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