Mindestens 13 Tote: Blutbad statt Waffenruhe in Syrien
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Mindestens 13 ToteBlutbad statt Waffenruhe in Syrien

Zum islamischen Opferfest hat UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Die Feierlichkeiten wurden jedoch von einem blutigen Bombenanschlag mit mindestens 13 Toten überschattet.

Die Friedensbemühungen von UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi sind in Syrien von blutigen Anschlägen überschattet worden. In Damaskus starben am Sonntag mindestens 13 Menschen bei der Explosion einer Autobombe im Christenviertel Bab Tuma.

Beim Bombenanschlag in Damaskus habe es auch 29 Verletzte gegeben, berichtete Sana. Unter den Toten sei auch ein Polizist gewesen. Der Anschlag ereignete sich im überwiegend von Christen bewohnten Viertel Bab Tuma am Rande der Altstadt, wie das Innenministerium erklärte. Sicherheitskräfte riegelten den Ort der Explosion ab. In Fernsehbildern waren Glassplitter auf der Strasse und ausgebrannte Autos zu sehen.

Auch in Aleppo explodierte eine Bombe. Bei der Detonation vor einem syrisch-französischen Spital seien Passanten verletzt worden. Am Wochenende kamen nach Angaben der Opposition landesweit mindestens 210 Menschen ums Leben.

Hoffnung auf ruhiges Opferfest geplatzt

Nur kurz vor der neuen Eskalation der Gewalt hatte sich Brahimi in Damaskus mit Präsident Baschar al-Assad getroffen. Der algerische Diplomat rief alle Parteien zu einer viertägigen Waffenruhe zum islamischen Opferfest auf, das am Freitag beginnt.

Brahimi appellierte an Regierung und Opposition, jeweils «einseitig» eine Unterbrechung der Gewalt zum Opferfest zu verkünden. Wenn jeder sich daran halte, sei dies am Ende genauso gut wie ein gemeinsamer Beschluss.

«Wir sind voller Hoffnung, dass das Opferfest ruhig, wenn auch nicht glücklich, sein wird», sagte Brahimi. Er kündigte für danach einen weiteren Besuch in Syrien an, um auf einen dauerhaften Waffenstillstand zu dringen. «Das syrische Volk erwartet mehr als eine nur wenige Tage währende Waffenruhe, und das ist auch sein Recht», erklärte Brahimi.

Assads Forderung

Das syrische Fernsehen berichtete, dass Assad Brahimis Initiative unterstütze und offen für eine politische Lösung sei, die die Integrität und Souveränität Syriens respektiere. Assad forderte erneut ein Ende der Waffenlieferungen an Aufständische. Dies sei der Schlüssel für eine politische Lösung des Konflikts, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Sana den Präsidenten.

Syrien beschuldigt insbesondere die Türkei für das Blutvergiessen verantwortlich zu sein, da es sunnitischen Rebellen Zuflucht gewähre.

Vor dem Treffen mit Präsident Assad hatte sich Brahimi mit Vertretern des vom Regime geduldeten oppositionellen Nationalen Koordinationskomitees für Demokratischen Wandel getroffen. Der Vorsitzende der Organisation, Hassan Abdul Asim, begrüsste die Initiative des Syrien-Vermittlers von UNO und Arabischer Liga.

Ein Dialog in Syrien sei erst möglich, wenn das syrische Regime die Gewalt gegen die Opposition eingestellt und die Gefangenen freigelassen habe, stellte er klar. (sda)

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