Mats Hummels: Blutgrätschen und Notbremsen sind out
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Mats HummelsBlutgrätschen und Notbremsen sind out

Für Mats Hummels endet mit dem 3:0-Sieg über Eintracht Frankfurt eine sagenhafte Serie: 49 Bundesliga-Spiele in Folge hatte der BVB-Verteidiger keine Karte gesehen.

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Mats Hummels ist von Beruf Innenverteidiger. Da fehlt es nicht an Vorurteilen. Zum Beispiel, dass Spieler auf seiner Position immer mal wieder vom Schiedsrichter den Karton sehen. Doch der 24-jährige BVB-Spieler hat es nicht nötig, seine Gegenspieler mit unfairen Fouls, Notbremsen, Blutgrätschen, Ellbogen oder durch Zerren am Trikot zu bremsen. Wie viele andere Spitzenverteidiger Europas ist Hummels ein moderner Verteidiger, der seine seine Arbeit mit gutem Stellungsspiel und fairen Zweikämpfen in der Luft und auf dem Boden verrichtet.

Kaum zu glauben: Hummels letzte Gelbe Karte in der Bundesliga datiert vom 27. August 2011. Eineinhalb Saisons oder 49 Spiele später war es am vergangenen Samstag wieder so weit. Beim 3:0 über Verfolger Eintracht Frankfurt fasste Schiedsrichter Dr. Felix Brych in der 89. Minute in die Brusttasche. Der ehemalige Bayern-Spieler war stinksauer über das unnötige Foul in der vorletzten Spielminute der längst entschiedenen Partie. Verständlich. Die 50-er Marke zu knacken wäre besonders schön gewesen.

Zweimal bester Verteidiger Deutschlands

Die sensationelle Quote kommt nicht von irgendwo. Die vergangenen zwei Saisons war Hummels gemäss dem «Kicker» der beste Abwehrspieler der Saison, was einem Ritterschlag gleich kommt. In der laufenden Kampagne weilt der ehemalige Bayer bis jetzt nach 21 Einsätzen «nur» auf Rang 13. Zuoberst stehen die beiden Bayern-Profis Philipp Lahm und Dante. Ganz zur Freude der Schweizer Fussballfans komplettiert Nürnbergs Timm Klose das Treppchen der besten Verteidiger.

Sein Partner zur rechten Hand in der Innenverteidigung des deutschen Meisters ist Neven Subotic, der wie Hummels 2008 zum BVB kam (aus Mainz). Und während Hummels für seine feine Klinge berühmt ist, ist Subotic ein eher rustikaler Defensivmann. Doch wie schneidet der serbische Nationalspieler im Vergleich mit Hummels in Sachen Gelbe Karten ab? In dieser Saison kassierte der 24-Jährige drei Stück, vergangene Saison waren es vier.

Real-Juwel Varane veteidigt auch fair

Der fairste Innenverteidiger der Saison ist Hummels seit vergangenem Samstag nicht mehr. Die Karte gegen Frankfurt sorgt dafür, dass Reals Verteidiger-Juwel Raphael Varane, Marseilles Luca Mendes und Bayerns Holger Badstuber bei den Top 3 der europäischen Spitzenligen die einzigen sind, die noch eine weisse Weste haben.

Aber sie haben beide deutlich weniger Einsätze als Hummels: Der erst 19-jährige Varane wurde von José Mourinho in der Liga bisher neunmal eingesetzt. Mendes kommt auf 13 Einsätze beim Tabellendritten der Ligue 1. Auch Badstuber kommt in der laufenden Saison erst auf 12 Ernstkämpfe. Der Nationalverteidiger zog sich Anfang Dezember einen Kreuzbandriss zu und fällt noch längere Zeit aus.

Natürlich gibt es auch Innenverteidiger, die schon ein paar Karten mehr gesammelt haben als Hummels und Co. Wir haben die Innenverteidiger der jeweils bestklassierten drei Teams der europäischen Top-Ligen unter die Lupe genommen. In der Bildstrecke oben sehen Sie, welche Innenverteidiger wie viele Gelbe Karten im bisherigen Saisonverlauf gesammelt haben.

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