Aktualisiert 14.07.2009 14:30

StiertreibenBlutige Bilanz: Ein Toter und 446 Verletzte

Das diesjährige Stiertreiben in Pamplona wird als eines der blutigsten in die Geschichte eingehen: Bei der Hatz wurden 446 verletzt, acht davon schwer. Zum ersten Mal seit sechs Jahren musste ein Todesopfer beklagt werden.

Bei dem achten und letzten Lauf am Dienstag gab es 54 Verletzte. Vier davon landeten nach Stürzen mit Prellungen und Verstauchungen im Spital. Für Aufsehen sorgte der Bulle «Encumbrado» (Der Erhabene), der die fast 850 Meter lange Strecke in nur rund zwei Minuten lief.

Am schlimmsten traf es in diesem Sommer einen 27-jährigen Spanier, der am Freitag tödlich aufgespiesst worden war. Ein 515 Kilogramm schwerer Stier namens «Capuchino» hatte mit einem Horn die Halsschlagader des Läufers zerfetzt. Es war der erste Todesfall seit sechs Jahren und der 15. seit Beginn der Aufzeichnungen 1922.

Strengere Sicherheitsauflagen seien nicht notwendig

Auch zwei weitere Spanier wurden durch Hornstösse in Brust und Hals lebensgefährlich verletzt. Insgesamt wurden dieses Jahr acht der Teilnehmer aufgespiesst, doppelt so viele wie 2008. Strengere Sicherheitsauflagen sind dennoch nach Ansicht der Stadt Pamplona und der Regierung in Madrid nicht notwendig.

Bei dem Volksfest zu Ehren des Stadtpatrons San Fermín werden an acht Tagen jeden Morgen sechs Kampfstiere durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte wagemutige Männer, die «Mozos», rennen dabei vor den bis zu 600 Kilogramm schweren Tieren her.

Als einzige «Waffe», um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Weltbekannt wurde das jahrhundertealte Spektakel durch Ernest Hemingways Roman «Fiesta» (1926). Tierschützer laufen seit Jahren gegen die Hatz Sturm. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.