Thailand: Blutige Unruhen: Polizeieinsatz wird kritisiert

Aktualisiert

ThailandBlutige Unruhen: Polizeieinsatz wird kritisiert

Nach den schwersten Unruhen in Thailand seit 16 Jahren haben regierungsfeindliche Demonstranten der Polizei einen übertriebenen Einsatz von Gewalt vorgeworfen. Die Regierung habe «Kriegswaffen» angewendet, sagte einer der Aktivisten.

Bei den Zusammenstössen am Dienstag waren zwei Menschen getötet und 443 verletzt worden. Die Sicherheitskräfte hatten nicht nur wie üblich Tränengas eingesetzt, sondern mehrfach Blendgranaten in die Menge geworfen. Etliche Demonstranten waren mit Eisenstangen, Flaschen und Schleudern bewaffnet. Mindestens drei hatten Schusswaffen bei sich.

Gestern herrschte in der Hauptstadt gespannte Ruhe, zahlreiche Soldaten

patrouillierten in den Strassen. Die Aktivisten erklärten, sie wollten ihren Protest bis zum Rücktritt von Ministerpräsident Somchai Wongsawat fortsetzen.

Reisehinweise angepasst

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise für Thailand gestern den aktuellen Geschehnissen angepasst, rät aber noch nicht von Reisen in das beliebte Ferienland ab. «Wir haben lediglich neue Hinweise zu regionalen Risiken hinzugefügt», so EDA-Sprecher Georg Farago. In Bangkok soll vor allem das Regierungsviertel gemieden und Demonstra-tionen aller Art ausgewichen werden. Vom Besuch einzelner Provinzen im Süden des Landes wird abgeraten.

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