Blutiger Jahrestag in Haiti
Aktualisiert

Blutiger Jahrestag in Haiti

Am ersten Jahrestag des Sturzes von Jean Bertrand Aristide haben sich Anhänger des haitianischen Expräsidenten und Sicherheitskräfte blutige Kämpfe geliefert.

Laut Polizei wurde ein Mensch bei den Zusammenstössen in Port-au-Prince erschossen.

Augenzeugen sprachen von bis zu vier Toten. Sie warfen der Polizei vor, in den friedlichen Demonstrationszug gefeuert zu haben. Die Demonstranten forderten in Sprechchören die Rückkehr Aristides, der am 29. Februar 2004 nach gewaltsamen Protesten aus Haiti geflohen war und derzeit im südafrikanischen Exil lebt.

An der Kundgebung nahmen mehrere hundert Aristide-Anhänger teil, wie eine AFP-Korrespondentin aus der haitianischen Hauptstadt berichtete. Blauhelmsoldaten der UNO-Mission in Haiti (MINUSTAH) beobachteten die Zusammenstösse, griffen aber nicht ein.

Der chinesische Blauhelmsoldat Weimin Shao gab an, Demonstranten hätten die Polizei beschossen, als diese Tote und Verletzte bergen wollte. «Die Protestierenden wollten die Polizei daran hindern, die Leichen mitzunehmen», sagte Weimin, der das Geschehen beobachtet hatte. Es seien mindestens sieben Schüsse gefallen.

Die UNO-Mission versucht seit vergangenem Sommer, mit 6000 Soldaten und 1400 zivilen Mitarbeitern die Lage zu stabilisieren. Die Übergangsregierung soll noch in diesem Jahr einer gewählten Führung Platz machen. Die Parlaments- und Präsidentenwahlen sollen am 13. November und 18. Dezember stattfinden. (sda)

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