Aktualisiert 06.09.2007 22:14

Blutiger Selbstmordanschlag in Algerien

Bei einem Selbstmordanschlag in Algerien, der offenbar Präsident Abdelaziz Bouteflika galt, sind am Donnerstag 15 Menschen getötet und mindestens 74 weitere verletzt worden.

Nach Angaben des algerischen Fernsehens sprengte sich ein Mann in der nordöstlichen Stadt Batna in einer Menschenmenge in die Luft, die am Strassenrand auf den Staatschef wartete.

Der Täter habe die Bombe in einer Plastiktüte bei sich gehabt, berichteten Augenzeugen. Er hatte sich unter die Menschenmenge in der Nähe einer Moschee im Zentrum der Stadt gemischt, die auf die Vorbeifahrt von Bouteflika wartete.

Nach Angaben von Augenzeugen ist der Mann mit seinem Sprengsatz den Umstehenden aufgefallen. Daraufhin habe er seine Bombe früher als geplant gezündet.

Staatschef verurteilt Anschläge

Bouteflika traf später am Anschlagsort ein und begab sich ins Krankenhaus, um die Verletzten zu besuchen. Unmittelbar danach trat er im Fernsehen auf und verurteilte die Geschehnisse.

«Ich werde keine Sekunde lang auf meinen politischen Plan verzichten, der auf nationaler Aussöhnung und Sicherheit für alle Algerier beruht», sagte Bouteflika mit ruhiger Stimme im Fernsehen. Terroristische Anschläge seien mit den Werten des Islams nicht vereinbar.

Zuvor hatte er vor einer Gruppe von Veteranen aus dem Befreiungskrieg gesprochen und auch hier die Bedeutung der nationalen Aussöhnung als «strategische Entscheidung des algerischen Volkes» angesprochen. Bouteflika betonte, dass Terroranschläge «nichts mit den edlen Werten des Islam gemein haben».

Die Regierung hatte in jüngster Zeit den Ton im Konflikt mit bewaffneten Islamisten verschärft. Innenminister Yazid Zerhouni hatte erklärt, sie sollten «sich ergeben oder sterben». Vor knapp fünf Monaten waren bei zwei Selbstmordanschlägen in Algier mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. (dapd)

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