Aktualisiert 29.03.2016 10:46

Basel

Blutiger Streit im Eritreer-Milieu

Davonrasende Mercedes-Limousinen und ein bewusstloses Opfer: In den frühen Morgenstunden kam es im Kleinbasel zu einer blutigen Auseinandersetzung unter Eritreern.

von
lha
Vor der Musical Bar am Riehenhring wurde am frühen Montagmorgen ein junger Eritreer niedergeschlagen. Ein Landsmann des Opfers wurde verhaftet.

Vor der Musical Bar am Riehenhring wurde am frühen Montagmorgen ein junger Eritreer niedergeschlagen. Ein Landsmann des Opfers wurde verhaftet.

Kein Anbieter/Google Street View

Dramatische Szenen spielten sich am frühen Montagmorgen am Riehenring im Kleinbasel ab. Mehrere Männer prügelten gegen 5 Uhr morgens vor der Musical Bar auf einen 22-jährigen Eritreer ein, wie Augenzeugen der Polizei berichteten. Als kurze Zeit später ein Taxi heranfuhr, rasten zwei blaue Mercedes-Limousinen mit Zürcher Kennzeichen in hohem Tempo vom Tatort weg. Während der Fahrgast ausstieg und sich um das bewusstlose Opfer kümmerte, fuhr der Chauffeur den beiden Limousinen hinterher. Als diese über ein Rotlicht rasten, verlor sie der Taxifahrer allerdings aus den Augen.

Als Polizei und Sanität am Ort des Geschehens eintrafen, mischten sich plötzlich zwei Unbekannte ein und versuchten die Rettungssanitäter daran zu hindern, dem bewusstlosen Opfer zu helfen. «Das Gewaltpotential war erheblich», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Einen der Pöbler nahm die Polizei fest. Es handelt sich um einen 38-jährigen Eritreer. In welcher Beziehung der Mann zum Opfer stehe, sei noch nicht bekannt, sagt Gill.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine blutige Abrechnung unter Eritreern handelte. «Das können wir nicht auschliessen», sagt Gill. Ein Passant berichtete auch von einem lauten Knall, den er gehört haben will. «Wir haben aber noch keinen Hinweis auf einen Schusswaffengebrauch gefunden», sagt er. Der 22-jährige Eritreer wies denn auch keine Schussverletzung auf.

Politischer Konflikt schwelt auch in der Schweiz

Auseinandersetzungen unter Eritreern sind in der Schweiz

nicht selten. Anhänger und Gegner des eritreeischen Regimes lieferten sich schon mehrfach brutale Scharmützel. In Basel gingen im vergangenen September rund 20 Eritreer mit Ästen und Holzpflöcken bewaffnet aufeinander los. Bereits damals wurde ein politischer Hintergrund vermutet. Das SRF berichtete zudem schon von als Asylbewerbern getarnten Regierungsspitzeln, die von hiesigen Eritreern Schutzgelder eintreiben sollen.

Der eritreeische Honorakonsul Toni Locher, sagte gegenüber 20 Minuten, dass Schlägertrupps, die von Äthiopien aus finanziert würden, in der Schweiz systematisch eritreeische Veranstaltungen stören würden. Die Strafverfolgungsbehörden kommentierten diese Thesen bislang nicht.

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