Syrien-Krise: Blutiges Ende des Ramadan
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Syrien-KriseBlutiges Ende des Ramadan

Die Machthaber in Syrien gehen weiter mit aller Härte gegen Oppositionelle vor. Bei Demosntrationen sind sieben Zivlilisten getötet worden. Die USA haben Sanktionen gegen das Regime verschärft und die Guthaben des syrischen Aussenminsters eingefroren.

Die Machthaber in Syrien gehen weiter gegen die Opposition vor. Zum Ende des Ramadan sind sieben Menschen ums Leben gekommen.

Die Machthaber in Syrien gehen weiter gegen die Opposition vor. Zum Ende des Ramadan sind sieben Menschen ums Leben gekommen.

Während die arabische Welt den Abschluss des Fastenmonats Ramadan feiert, geht das Regime in Syrien weiter mit aller Härte gegen Demonstranten vor. Bei neuen Protesten wurden nach Angaben der Opposition vom Dienstag mindestens sieben Zivilisten getötet.

Regierungskräfte hätten in den Städten Daara und Homs das Feuer eröffnet, nachdem Gebete der Gläubigen zum Abschluss des Fastenmonats in Proteste und Demonstrationen gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad umgeschlagen waren, hiess es.

Eine unabhängige Bestätigung gab es auch für diese Angaben nicht. Daraa liegt im Süden Syriens und gilt als eine Hochburg der Proteste. Auch Homs, eine der grössten Städte Syriens, ist ein Zentrum der seit März andauernden Proteste gegen das Assad-Regime.

Nach Angaben von Oppositionellen kam es auch in der Hauptstadt Damaskus wieder zu einem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Oppositionelle. Verletzt wurde dabei niemand.

In der Hafenstadt Latakia skandierten nach Angaben von Regimegegnern tausende Menschen: «Freiheit». Ein syrischer Demonstrant sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija, dass die Proteste trotz der Schüsse und Massenverhaftungen von Sicherheitskräften fortgesetzt würden.

Während tausende Menschen Assad zum Gehen aufforderten, zeigte das syrische Fernsehen nach arabischen Medienberichten Aufnahmen, wie der Staatschef in einer Moschee in Damaskus betete und danach mit anderen Gläubigen Süssigkeiten ass.

USA frieren Konten des syrischen Aussenministers ein

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien hat die US-Regierung auch gegen Syriens Aussenminister Walid al Muallim Sanktionen verhängt. Es würden alle Guthaben eingefroren, über die Al-Muallim in den USA womöglich verfügt, teilte das US- Finanzministerium mit.

Auch die Präsidentenberaterin Bussaina Schaban und der syrische Botschafter in Beirut, Ali Abdel Karim Ali, seien auf die US- Sanktionsliste gesetzt worden. Al-Muallim leitet seit Februar 2006 das syrische Aussenministerium. Zuvor diente er von 1990 bis 2000 als UNO-Botschafter des Landes.

Die USA hatten Mitte August ihre Sanktionen gegen Syrien deutlich verschärft, nachdem US-Präsident Barack Obama erstmals den Rücktritt von Staatschef Baschar al Assad gefordert hatte. Washington verbot insbesondere Ölimporte aus Syrien und liess Guthaben des syrischen Staates in den USA einfrieren.

Opposition bildet Übergangsrat

Nach dem Vorbild Libyens hat jetzt auch die syrische Opposition einen Übergangsrat gebildet. Dessen Ziel ist der Sturz des Regimes von Präsident Assad. Nach Angaben des TV-Senders Al-Dschasira wurde der Sorbonne-Professor Burhan Ghaliun zum Vorsitzenden gewählt.

Die Wahl des Gremiums fand am Montag in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Nicht alle Oppositionsgruppen sind mit der Bildung des Rates einverstanden.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit März etwa 2200 Menschen bei den Protesten gegen die Regierung im Land ums Leben gekommen, davon mehr als 350 seit Anfang August. (sda)

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