Tote Schafe : Blutiges Oster-Ritual auf Thurgauer Weide
Aktualisiert

Tote Schafe Blutiges Oster-Ritual auf Thurgauer Weide

Richard Neururer kann es nicht fassen: Am Karfreitag fand er eines seiner Lämmer geköpft neben dem Stall. Er vermutet, dass es Opfer eines religiösen Rituals wurde – nicht zum ersten Mal.

von
nab
Der Fund sei ein wahnsinniger Schock für ihn gewesen, sagt Richard Neururer.

Der Fund sei ein wahnsinniger Schock für ihn gewesen, sagt Richard Neururer.

Kein Anbieter/Markus Schoch/Thurgauer Zeitung

«Mein Lämmchen lag kopflos neben dem Stall», schildert Richard Neururer (86) den grausigen Fund bei seinem Stall in der Salmsacher Bucht. Es ist nicht das erste Mal, dass eines seiner Tiere am Karfreitag getötet wurde.

Das Bild gehe ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf, sagt der Schafhalter gegenüber der «Thurgauer Zeitung». «Als ich den leblosen Körper fand, machten sich bereits die Krähen über das Tier her.» Den Kopf des Tieres habe er zwar gesucht, jedoch nirgends finden können. «Der Fund war ein wahnsinniger Schock für mich», erzählt der 86-Jährige weiter. Er habe unverzüglich einen Jäger aus der Umgebung kontaktiert und ihm ein Foto des Kadavers zukommen lassen, sagt Neururer. Schnell waren sie sich einig: «Die Wirbelsäule wurde sauber abgetrennt, ein Fuchs kann das unmöglich gewesen sein.»

«Ich glaube, es handelt sich um einen Einzeltäter»

Es sei bereits das dritte Mal, dass jemand an Karfreitag eines seiner Tiere tötete, sagt Neururer. In den Jahren zuvor wurde zwar nie ein Körperteil mitgenommen, aber die Tiere wurden getötet und liegen gelassen. «In den vergangenen Jahren waren zudem die Wände des Stalls vollgespritzt mit Blut», sagt Neururer. «Ich bin überzeugt davon, dass ein solch sauberer Schnitt nur durch Menschenhand möglich ist.» Und Neururer geht noch weiter: «Jemand allein konnte das aufgeweckte Schäfchen nur schwer einfangen, es müssen mehrere gewesen sein.»

Auch der Sektenexperte Georg Otto Schmid ist überzeugt davon, dass es sich hier um ein religiöses Ritual handelt: «Dass das Tier nicht lebendig mitgenommen wurde, spricht trotzdem klar gegen eine organisierte Gruppe.» Er gehe davon aus, dass es sich hier um einen Einzeltäter mit einem Fetisch handelt, sagt Schmid weiter. «Es gibt Menschen, die sich von ihren Sünden befreien wollen und deshalb zwanghaft ein Opfer bringen müssen.» Dabei würden Tage mit einer religiöser Bedeutung wie etwa Karfreitag bevorzugt. Alarmierend ist für ihn vor allem die Tatsache, dass sich die Vorfälle wiederholen. Schmid: «Offenbar hat der Täter nun sogar ein Souvenir in Form eines abgetrennten Kopfes mitgenommen. Wer weiss, was er nächstes Jahr plant? Er muss gestoppt werden.»

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