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Blutiges Shakespeare-Stück lässt Zuschauer umkippen

Nachdem viele Zuschauer während der Vorführung in Ohnmacht gefallen waren, warnt das Londoner «Shakespeare's Globe»-Theater sein Publikum, dass die Inszenierung des Shakespeare-Stücks «Titus Andronicus» «grauenvoll und blutig» sei.

Ein Sprecher des Globe-Theaters, welches dem ursprünglichen Theater Shakespeares detailgetreu nachempfunden ist, sagte am 4. Juni 2006 gegenüber der britischen «BBC», dass «Titus and Andronicus» für manche Zuschauer nicht geeignet sei. Das Theater habe «dieses Jahr eine grössere Anzahl von Leuten, die ohnmächtig werden, als wir das normalerweise haben.» Für gewöhnlich habe man zwar auch «oft» Leute, die umkippen, jedoch eher im Hochsommer (das Globe Theatre hat ein offenes Dach, und viele Plätze sind Stehplätze direkt vor der Bühne, wie es in Elisabethanischen Theatern üblich war).

«Titus Andronicus» (um 1590 enstanden) ist Shakespeares blutigste Tragödie. Sie spielt im alten Rom und handelt vom gnadenlosen Konflikt um die Nachfolge des römischen Kaisers. Eine Bühnenanweisung Shakespeares mag die Brutalität verdeutlichen: «Auftritt die Söhne des Kaisers mit Lavinia, ihre Hände abgeschnitten, ihre Zunge herausgeschnitten...». Lange Zeit wurde «Titus und Andronicus» unter Shakespeare-Anhängern als kindisches und populistisches Frühwerk des Dichters abgetan, obwohl es zu seiner Zeit grossen Erfolg hatte. Seit einigen Jahren erfreut es sich wachsender Beliebtheit: In England sind zur Zeit zwei grosse Aufführungen zu sehen, und im Jahr 1999 wurde das Drama mit Anthony Hopkins und Jessica Lange verfilmt.

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