Bluttat von Baden nach «Black Jack»-Verlusten?
Aktualisiert

Bluttat von Baden nach «Black Jack»-Verlusten?

Der 26-jährige Amokschütze von Baden hat wenige Stunden vor der Bluttat im Grand Casino Baden «Black Jack» gespielt. Weil er sich zu sehr aufgeregt hatte wurde er aus dem Casino geworfen.

Dabei hatte er mehrere Male telefonisch die Polizei kontaktiert und sich über die Spielleitung beschwert.

Der nachmalige Täter habe am Donnerstag um 15.45 Uhr eine Eintrittskarte gelöst und danach über vier Stunden gespielt, bestätigte Detlef Brose, CEO des Grand Casino Baden, am Montag eine Meldung von «Radio Argovia». Dabei sei er wegen ungebührlichen Äusserungen aufgefallen.

Während des «Black Jack» habe er drei Mal den Spielsaal verlassen und die Polizei angerufen, sagte Brose auf Anfrage der SDA. Er habe sich über die Spielleitung beschwert, weil diese ihn angeblich aufgefordert habe, auf zwei Boxen zu spielen. Ein Vorwurf, der völlig haltlos gewesen sei.

Aus dem Casino gewiesen

Auf Anraten der Polizei, die ihrerseits das Casino kontaktiert hatte, sei der Spieler um 19.25 Uhr aufgefordert worden, das Casino zu verlassen. Der 26-Jährige habe den Verweis ruhig und ohne Murren entgegengenommen, sagte Brose. Er habe lediglich eine Begründung verlangt.

Wie Brose weiter erklärte, hatte der Bankangestellte etwa sechs bis sieben Mal das Casino besucht. Dabei sei er nie negativ aufgefallen. Er habe auch keine grossen Einsätze getätigt. Allenfalls habe er am Donnerstag «ein wenig gewonnen».

Amoklauf nach dem Casinobesuch

Etwas mehr als zwei Stunden nach dem Casino-Verweis feuerte der Bankangestellte gegen 21.45 Uhr in und um das Hotel «Kappelerhof/La Cappella» 20 Schüsse aus seinem Sturmgewehr ab und tötete dabei einen 71-jährigen Mann. Vier weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Der Gesundheitszustand eines 16-jährigen Opfers war am Montag noch immer kritisch, wie Rudolf Woodtli, Medienpsrecher der Aargauer Kantonspolizei, auf Anfrage sagte. Der Jugendliche war beim Amoklauf durch zwei Schüsse in den Bauch schwer verletzt worden.

Über das Motiv des Amokschützen tappt die Polizei immer noch im Dunkeln. Mit dem Täter könne nach wie vor nicht vernüftig gesprochen werden werden, er rede nach wie vor wirr, sagte Woodtli. Noch diese Woche soll er dem Psychiater vorgeführt werden.

Der Polizei war er Anfang April als Opfer häuslicher Gewalt aufgefallen. Bei einer Auseinandersetzung mit seinem Vater kam es zu einer kleineren Tätlichkeit. Die Polizei hatte damals den zuständigen Behörden von Baden Bericht erstattet.

Auf Polizei gewartet

Der Täter liess sich kurz nach der Bluttat widerstandslos festnehmen. Als die Polizei am Tatort eintraf, stand er auf dem Parkplatz vor dem Hotel und gab auf die Frage eines Polizisten, ob er einen Flüchtenden mit einem Sturmgewehr gesehen habe, freimütig zu, die Tat selbst begangen zu haben.

Der verhaftete 26-jährige Amokschütze wohnte nur 400 Meter vom Tatort entfernt. Er hatte als Angestellter bei der Grossbank UBS in Zürich gearbeitet.

(sda)

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