Aktualisiert 16.05.2007 15:19

Bluttat von Erstfeld: Ärzte sollen reden

Die Abklärungen zur Bluttat eines algerischen Asylbewerbers in Erstfeld werden ausgeweitet. Bei den Ärzten war der Täter vor Monaten in psychiatrischer Behandlung. Sie wurden von ihrer Schweigepflicht entbunden.

Es gehe nun darum, die vielen offenen Fragen sowie Mutmassungen und Gerüchte über den Täter sachlich und umfassend zu klären, halten die Behörden fest. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch aufzeigen, welche Verbesserungsmassnahmen zu treffen seien.

Die von Gesundheits- und Sozialdirektor Stefan Fryberg eingeleiteten Abklärungen betreffen unter anderem das Krankheitsbild des Täters beziehungsweise die Frage, ob zwischen der damaligen psychiatrischen Behandlung und der Tat ein Zusammenhang besteht.

Weitere Fragen seien im Bereich Asylverfahren und Unterbringung des Mannes im Kanton Uri zu klären. Es gehe aber auch um Fragen betreffend den Datenschutz, das Arztgeheimnis sowie die Frage, ob der heutige Informationsfluss allenfalls verbesserungsfähig ist.

Von den Abklärungen unberührt bleiben laut Mitteilung die Ereignisse vor, während und nach der Tat. Dies bleibe Sache der Strafverfolgungsbehörden. Der Algerier, der sich am Mittwoch weiterhin auf der Flucht befand, hatte am vergangenen 4. Mai in einer Bar in Erstfeld bei nach einem Streit zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt. (dapd)

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