Aktualisiert 06.10.2007 20:40

Blutvergiessen in Kenia

Mehrere zehntausend Oppositionsanhänger haben sich am Samstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi versammelt, um sich auf die im Dezember angesetzte Parlaments- und Präsidentschaftswahl einzustimmen.

Der Wahlkampfauftakt wurde von einem offensichtlich politisch motivierten Blutvergiessen im Westen des Landes überschattet. Bei einer Schiesserei wurde ein Oppositionsanhänger getötet, zwei weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Die Schüsse wurden nach einem Streit von zwei Sicherheitsleuten eines Politikers abgefeuert, der der Regierungspartei angehört, wie die Polizei weiter mitteilte. Der Politiker wurde später bei seiner Rückkehr am Flughafen von Nairobi festgenommen.

In Umfragen vor der Präsidentschaftswahl hat Oppositionskandidat Raila Odinga einige Punkte Vorsprung vor Amtsinhaber Mwai Kibaki. Odinga, dessen Wahlkreis das grösste Elendsviertel in Kenia umfasst, hat versprochen, sich vor allem im Kampf gegen Korruption und Armut zu engagieren. Kibaki, der an der Spitze des erst vor kurzem geformten Bündnisses Partei der Nationalen Einheit steht, strebt eine weitere fünfjährige Amtszeit an.

Am Samstagabend gab die Regierung die Entlassung von Gesundheitsminister Charity Ngilu bekannt. Ein Grund wurde nicht genannt. Vor wenigen Tagen hatte der Minister öffentlich Odinga unterstützt und dem Präsidenten vorgeworfen, seine Wahlkampfversprechen nicht gehalten zu haben. (dapd)

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