Regionalgericht Bern-Mittelland: BMW angezündet – Angeklagte schweigen

Aktualisiert

Regionalgericht Bern-MittellandBMW angezündet – Angeklagte schweigen

Vier junge Männer sollen im Mai 2014 im Länggassequartier randaliert und einen BMW in Brand gesteckt haben. Vor Gericht wollten sie nicht reden.

von
nc
Die vier Beschuldigten wollten vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland keine Aussage machen.

Die vier Beschuldigten wollten vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland keine Aussage machen.

Auf einer Verwüstungstour durch das Berner Länggassquartier sollen vier junge Schweizer in den Morgenstunden des 2. Mai 2014 randaliert haben. Unterwegs zerschlugen sie Blumentöpfe und Vasen, warfen Bierflaschen herum, verteilten Zeitungen und Abfallsäcke auf der Strasse und traten einen Roller um. Dies geht aus der Anklageschrift hervor.

Doch damit nicht genug: An der Neufeldstrasse fanden sie auf einem Pritschenwagen ein Metallgefäss gefüllt mit Grundierungsmittel. Dieses leerten sie gemäss Anklageschrift an der Muesmattstrasse über das Heck eines weissen BWMs und zündeten das Auto an. Der BMW war schrottreif. «Die Gefahr der Ausbreitung auf andere Fahrzeuge und/oder Gebäude sowie der zusätzlichen Entzündung des Benzins im Tank des Autos konnte nur dank dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr abgewendet werden», heisst es in der Anklageschrift weiter.

Brandstiftung und Sachbeschädigung

Am Dienstagmorgen mussten sich vier Beschuldigte im Alter zwischen 22 und 27 Jahren vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland unter anderem wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verantworten. Doch die Männer verweigerten allesamt die Aussage.

Einvernommen wurde am Dienstagmorgen auch der Besitzer eines Rollers, der beschädigt wurde. Er zog seine Privatklage nach seiner Aussage aber zurück.

Beschuldigte nicht wiedererkannt

Am Nachmittag wurden zudem zwei Zeugen befragt. Einer von ihnen hatte das Geschehen im Länggassquartier beobachtet und war den Tätern gefolgt. Ob es sich dabei um die Beschuldigten handelte, konnte der Mann aber nicht sagen. Ebenfalls einvernommen wurde eine Frau. Sie war einem der Beschuldigten an diesem Abend vor der Reitschule begegnet. Später habe sie sich mit einer Kollegin und einem Kollegen auf den Heimweg in die Länggasse gemacht. Dort habe ihre Kollegin den Mann wiedererkannt. Beobachtet hat die Zeugin die Tat aber nicht.

Eigentlich hätten im Rahmen des Verfahrens weitere Zeugen einvernommen werden sollen. Weil diese aber verhindert waren, wurde das Verfahren sistiert. Es soll im kommenden Frühsommer fortgesetzt werden.

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