BMW-Sauber-Neuling Vettel mit Bestzeit
Aktualisiert

BMW-Sauber-Neuling Vettel mit Bestzeit

Sebastian Vettel hat bei seinem ersten Auftritt im Rahmen eines Grand Prix mit einem verblüffenden Resultat aufgewartet. Der 19-Jährige fuhr am ersten Trainingstag in der Türkei als dritter Fahrer von BMW-Sauber Bestzeit.

Nach der Vakanz in Ungarn, wo der bisherige Testpilot Kubica als Ersatz für den mittlerweile entlassenen Jacques Villeneuve sein Grand-Prix-Debüt gab, hatte BMW-Sauber in Kurtköy mit Vettel am Freitag wieder einen dritten Fahrer im Einsatz. Er wisse, dass die Aufgabe angesichts seiner geringen Erfahrung eine grosse Herausforderung darstelle. Trotzdem versuche er, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen, sagte der 19-jährige Hesse, dem BMW zuvor zweimal Testfahrten in einem Formel-1-Auto ermöglicht hatte und der normalerweise in der Formel 3 Euro-Serie engagiert ist.

Und wie Vettel das Vertrauen nutzte. Er war nicht nur schnell unterwegs, sondern blieb auch ohne gravierende Fehler und sammelte dabei viele Daten, auf die Heidfeld und Kubica mit Blick aufs Qualifying und Rennen werden zurückgreifen können. Vettel knüpft damit nahtlos an die Vorstellungen von Kubica an, der als Testfahrer in den ersten Trainings vor den Grands Prix von Grossbritannien, Kanada, Frankreich und Deutschland der Schnellste gewesen war. Nick Heidfeld und Kubica beschränkten sich vollends auf die Abstimmungsarbeit und reihten sich in der Rangliste als Vierzehnter beziehungsweise als Neunzehnter ein.

Vettel konnte seine erste Ausfahrt in einem Formel-1-Auto im Rahmen eines Grand Prix scheinbar kaum erwarten. Neun Sekunden nach Beginn der ersten Trainingsstunde wurde er in der Boxenstrasse mit 64,3 statt der erlaubten 60 Stundenkilometer «geblitzt», was eine Busse von 1000 Dollar nach sich zog.

Erstmals seit dem Grand Prix der USA waren wieder zwei Schweizer Testfahrer im Einsatz. Neben Neel Jani bei Toro Rosso war auch Giorgio Mondini wieder mit von der Partie. Sein Arbeitgeber Midland hatte zuletzt den Deutschen Adrian Sutil in Frankreich und Markus Winkelhock in Deutschland und in Ungarn den Vorzug gegeben. Mondini war als Zwölfter des Tagesklassements auf seiner besten Runde zwölf Hundertstel schneller als Jani, der Fünfzehnter wurde.

Das Training ging mit einem neuerlichen Techtelmechtel zwischen Fernando Alonso und Robert Doornbos zu Ende. Wenige Sekunden vor Schluss berührten sich der Renault mit dem Weltmeister und der Midland mit dem holländischen Testfahrer am Ausgang einer Kurve. Vor drei Wochen in Ungarn hatte sich Alonso zu einem unüberlegten Manöver gegen Doornbos hinreissen lassen und war dafür fürs Qualifying mit einer Zwei-Sekunden-Strafe belegt worden.

Die Resultate (beste Zeit pro Fahrer aus zwei Trainings):

1.*Sebastian Vettel (De), BMW-Sauber, 1:28,091.

2. Felipe Massa (Br), Ferrari, 0,073 Sekunden zurück.

3. Kimi Räikkönen (Fi), McLaren-Mercedes, 0,224.

4. Jenson Button (Gb), Honda, 0,415.

5.* Anthony Davidson (Gb), Honda, 0,507.

6. Ralf Schumacher (De), Toyota, 0,523.

7. Michael Schumacher (De), Ferrari, 0,686.

8.* Robert Doornbos (Ho), Red Bull-Ferrari, 0,757.

9.* Alexander Wurz (Ö), Williams-Cosworth, 0,940.

10. Pedro de la Rosa (Sp), McLaren-Mercedes, 1,021.

11. Rubens Barrichello (Br), Honda, 1,123.

12.* Giorgio Mondini (Sz/It), Midland-Toyota, 1,628,

13. Fernando Alonso (Sp), Renault, 1,650.

14. Nick Heidfeld (De), BMW-Sauber, 1,767.

15.* Neel Jani (Sz), Toro Rosso-Cosworth V10, 1,767.

16. Scott Speed (USA), Toro Rosso-Cosworth V10, 1,799.

17. Jarno Trulli (It), Toyota, 1,915.

18.* Franck Montagny (Fr), Super Aguri-Honda, 2,400.

19. Robert Kubica (Pol), BMW-Sauber, 2,411.

20. Giancarlo Fisichella (It), Renault, 2,413.

21. Vitantonio Liuzzi (It), Toro Rosso-Cosworth V10, 2,460.

22. Mark Webber (Au), Williams-Cosworth, 2,684.

23. Christian Klien (Ö), Red Bull-Ferrari, 2,798.

24. Nico Rosberg (De/Fi), Williams-Cosworth, 2,924.

25. Takuma Sato (Jap), Super Aguri-Honda, 3,000.

26. Sakon Yamamoto (Jap), Super Aguri-Honda, 3,225.

27. Christijan Albers (Ho), Midland-Toyota, 3,384.

28. Tiago Monteiro (Por), Midland-Toyota, 3,428.

29. David Coulthard (Gb), Red Bull-Ferrari, 3,449.

* = 3. Fahrer (nur in den Trainings am Freitag zugelassen).

(si)

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