Perfektes Timing: Bobadilla kommt, bevor Alex Frei geht
Aktualisiert

Perfektes TimingBobadilla kommt, bevor Alex Frei geht

Stürmer Raúl Bobadilla meldet sich nach seiner Bänderverletzung fit zurück und steht am Ostermontag in Luzern vor seinem Pflichtspiel-Debüt für den FC Basel.

von
Eva Tedesco
Wachablöse im Basler Sturm: Raul Bobadilla steht in Luzern vor seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz, während Alex Frei am Ostermontag in den Ausstand tritt.

Wachablöse im Basler Sturm: Raul Bobadilla steht in Luzern vor seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz, während Alex Frei am Ostermontag in den Ausstand tritt.

Nach acht Wochen Verletzungspause brennt Raúl Bobadilla auf sein Comeback und auf seinen ersten Einsatz für den FC Basel in einem Pflichtspiel, nachdem er sich Ende Januar im Test gegen Vaduz das Aussenband im rechten Knie gerissen hat. Der bullige Torjäger ist seit Dienstag im Mannschaftstraining und absolvierte am Freitag erstmals das volle Programm mit. «Ich habe keine Schmerzen mehr und fühle mich sehr gut», sagt der Gaucho und kann bei seinen Worten kaum die Beine stillhalten. Man fühlt förmlich, wie sehr er darauf brennt, von der Leine gelassen zu werden.

Im Trainingsspiel hat man den Eindruck, Bobadilla wolle die Abwehr wie ein Bulldozer überrollen. Er walzt sich unaufhaltsam durch die Reihen, die sich ihm entgegenstellen. Er lehnt seinen massigen Oberkörper mit voller Wucht in den Zweikampf und legt volle Kraft in seine Schüsse. Man fragt sich unwillkürlich, wo der Mann die letzten acht Wochen Dampf abgelassen hat und, ob der Stürmer beim Rugby nicht besser aufgehoben wäre. Wer nicht genau weiss, was man meint, wenn vom «Zug aufs Tor» die Rede ist – im FCB-Training gibt's Anschauungsmaterial.

Wachablösung im FCB-Sturm

Bobadilla selbst hat die Nase gestrichen voll vom Zuschauen. «Wenn ich in Luzern zum Einsatz kommen sollte, wäre das ein grosser Moment für mich», sagt der 26-Jährige. «Nur zuschauen macht keinen Spass. Es war eine schwierige Zeit und ich bin meiner Freundin dankbar, dass sie so geduldig mit mir war. Sie hat mir zugehört und mir Mut gemacht. Ich weiss, dass ich es langsam angehen muss, aber ich kann es kaum erwarten. Ich freue mich sehr, wieder bei der Mannschaft zu sein.»

Die Vorfreude auf den 4-Millionen-Stürmer, der im Januar von YB kam, ist bei Murat Yakin nicht minder da. Zumal das Timing nicht hätte besser sein können. In zwei Wochen wird Alex Frei als Sportdirektor zum FC Luzern wechseln und seine Aktivkarriere beenden. Die Wachablösund kommt zum perfekten Zeitpunkt und die Lücke, die der Nati-Rekordtorschütze hinterlässt, kann nahtlos geschlossen werden.

«Er kann der Mannschaft gut tun und neuen Schwung geben. Über seine Qualität müssen wir nicht reden. Er wird uns noch zeigen, dass er top ist», sagt der FCB-Trainer. Die Bilanz von 38 Toren in 71 Super-League-Partien (für GC und YB), im Schnitt mehr als 0,5 Treffer pro Spiel, verstärkt den Glauben daran.

Die Beziehung Yakin/Bobadilla passt

Christian Gross ist ein Trainer, der den Schweizer Fussball im letzten Jahrzehnt wie kaum ein anderer geprägt hat. Dank dem Vertrauen des Hönggers ist der Gaucho bei YB aufgeblüht und hat eindrücklich gezeigt, dass seine Art Fussball zu spielen perfekt zu Gross gepasst hat. Und so passt sie auch perfekt zu Yakin, der viel von seinem ehemaligen Trainer und Mentor mitbringt.

Wenn einer den heissblütigen Offensivspieler in den Griff bekommt und zu Topleistungen antreiben kann, dann Yakin. «Schon beim ersten Augenkontakt habe ich gesehen, dass er den Fussball lebt», erinnert sich Yakin an die erste Begegnung im Juli 2006 bei Congeli. «Er hatte das Feuer in den Augen, das man mitbringen muss, wenn man Titel gewinnen will. Denn ein Funkeln allein reicht da nicht.»

Taktische Änderungen

«Mit Bobadilla wird es eine andere Art Fussball geben», so Yakin weiter. Er und sein Staff müssten achtsam und flexibel sein. Und der FCB-Trainer bezieht sich nicht nur auf das System. Die Überlegungen gehen dahin, dass er mit dem Argentinier wohl auf einen 2-Mann-Sturm, eher noch auf ein 4-3-3-System, wie beim 1:0-Sieg gegen Thun, umstellen wird.

«Es wird auf jeden Fall taktische Änderungen geben», sagt Yakin. Die Idee ist, dass das Spiel mit dem 26-Jährigen vertikaler, schneller und noch weniger berechenbar wird. Ein starker Trumpf für die letzten zwölf Runden und für die Titelverteidigung, den Yakin da mit der Option Bobadilla im Ärmel hat.

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