Aktualisiert 08.11.2011 11:56

IndustrieBobst streicht 400 Stellen ohne Entlassungen

Bobst reagiert auf den starken Franken: Der Westschweizer Verpackungsmaschinenhersteller baut 400 der weltweit 5300 Stellen ab. Betroffen sind mehrheitlich die Produktionsstätten bei Lausanne.

Bobst will die Stellen abbauen, ohne dabei jemanden zu entlassen.

Bobst will die Stellen abbauen, ohne dabei jemanden zu entlassen.

Der starke Franken und die weltweit stagnierende Nachfrage veranlassen den Westschweizer Verpackungsmaschinenhersteller Bobst, Teile seiner Produktion auszulagern. Dadurch werden bis Mitte 2013 rund 420 der weltweit 5300 Arbeitsstellen gestrichen.

Der grösste Teil des Stellenabbaus betrifft die Produktionsstandorte bei Lausanne, wie es am Dienstag in einem Communiqué hiess. Zu Entlassungen wird es laut Bobst nicht kommen, da der Stellenabbau mit der Auflösung temporärer oder befristeter Arbeitsverträge, mit frühzeitigen Pensionierungen und der üblichen Personalfluktuation durchgeführt werde.

Zudem führt Bobst im Januar für ein halbes Jahr Kurzarbeit ein, womit das Unternehmen beabsichtigt, so viel Personal wie möglich bis zum erwarteten Nachfrageanstieg zu behalten. Von der Umstrukturierung nicht betroffen seien die Lehrlinge und die Entwicklungsabteilung, teilte das Unternehmen mit.

Unia zufrieden

Die Gewerkschaft Unia zeigte sich mit der Abwicklung des Stellenabbaus zufrieden. Zwei Monate lange Verhandlungen hätten geholfen, Entlassungen zu verhindern. Für die Gewerkschaft ist dies ein Beweis, dass sich gute, sozialverträgliche Lösungen finden lassen.

Eine Arbeitsgruppe aus der Betriebskommission von Bobst, der Gewerkschaft und der Direktion hat sich gemäss Unia an einen Tisch gesetzt, nachdem der Stellenabbau klar geworden war. Bei den Gesprächen sei auch der ursprünglich vorgesehene Abbau von einem Drittel der Belegschaft nach unten gedrückt worden. Unia empfiehlt das Vorgehen angesichts der aktuellen Bedrohung des Werkplatzes Schweiz zur Nachahmung.

(sda)

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