Aktualisiert 19.11.2007 10:41

Bode Miller: «Mit Alkohol fährt man schneller»

Der amerikanische Skistar Bode Miller sorgt wieder für Aufregung: In einem Interview mit der deutschen «Welt» meinte der amerikanische Skistar, er trinke immer «ein bisschen Alkohol», bevor er fahre - dies mache ihn schneller.

Dass Bode Miller kein Kind von Traurigkeit ist, ist bekannt. Noch bevor die neue Skisaison richtig losgeht, hat der amerikanische «Partylöwe» in einem Interview mit der deutschen «Welt»-Zeitung wieder einmal auf den Putz gehauen. «Wann immer ich Ski fahre, trinke ich ein bisschen», gab Miller zu verstehen, «das macht dich schneller.» Allgemein hat der Amerikaner eine liberale Einstellung zu leistungssteigernden Mitteln: «Doping freizugeben wäre fair. Denn fair bedeutet Chancengleichheit für alle und hat nichts zu tun mit 'gut' oder 'böse'. Wenn alles legalisiert ist, ist das fair. Wenn alles verboten ist, ist das auch fair. Aber wenn einige hier an ihrem Körper was verändern, andere woanders, dann ist das unfair.»

Keinen Doping-Verdacht

Allerdings betont Miller auch, dass er im alpinen Skizirkus keinen Doping-Verdacht hege: «Wer nicht positiv getestet wird, gegen den habe ich auch keinen Verdacht. Wir hatten in unserem Sport nur wenige positive Tests, und die sind wegen Nachlässigkeiten passiert und nicht wegen vorsätzlichem Doping.» Ob auch der Skizirkus ein Doping-Problem habe, wisse er nicht. Miller ist sich aber bewusst, dass seine Aussagen immer auf grosse Medien-Resonanz stossen. Dem 30-jährigen Hippie-Sohn ist das egal: «Meine Art war schon immer etwas unkonventionell. Aber was immer beständig war, ist meine Hingabe für den Sport. Ich habe immer getan, was getan werden musste, um mich zu verbessern. Meine Art war da nie eine Schwäche. In Wirklichkeit wissen die Menschen nichts wirklich über mich.»

«Fahre nicht schlechter Ski»

Der vierfache Weltmeister bestreitet aber nicht, gerne mal Party zu machen - mehr als seine Mitstreiter. «Jeder Athlet, jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so auszukosten, wie er es möchte. Alle Sportler wollen Spass haben, Musik hören und Zeit mit Freunden verbringen. In meinem Fall ist es nur so, dass ich mehr öffentliches Interesse errege als andere. Dazu kommt, dass ich mir bisher keine Mühe gegeben habe, das zu verstecken oder runterzuspielen. Die Medien aber plustern das grösser auf, als es wirklich ist. Es stimmt schon, ich gehe gern aus und habe das auch oft gemacht. Falsch ist aber, dass ich deshalb schlechter Ski fahren würde. In Wahrheit leiste ich mehr als die meisten anderen da draussen, weil ich ein ausgeglichenes Leben führe.»

(mat)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.