Aktualisiert 18.01.2017 17:18

Neuer Pegelstand

Bodensee gibt Forschern Rätsel auf

Das Pegel-Verhältnis zwischen oberem und unterem Bodensee hat sich in den letzten Jahren verschoben. Fachleute suchen nach den Gründen.

von
gts
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Der Bodensee hat verschiedene Wasserpegel, das ist geografisch bedingt. Allerdings...

Der Bodensee hat verschiedene Wasserpegel, das ist geografisch bedingt. Allerdings...

Keystone/Gian Ehrenzeller
... hat sich die Pegeldifferenz zwischen dem Ober- und Untersee in den letzten Jahren vergrössert. Grund könnten...

... hat sich die Pegeldifferenz zwischen dem Ober- und Untersee in den letzten Jahren vergrössert. Grund könnten...

Google Earth
...Wasserpflanzen im Seerhein sein, die das Wasser stauen.

...Wasserpflanzen im Seerhein sein, die das Wasser stauen.

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Der Obersee hat einen höheren Wasserpegel als der Untersee, das ist geographisch bedingt. Neu ist jedoch, dass dieser Unterschied wächst.

Bis 2007/2008 lag der Unterschied der Wasserstände zwischen Ober- und Untersee bei durchschnittlich 18 bis 20 Zentimetern, wie der «Südkurier» schreibt. Seither wächst dieser Unterschied kontinuierlich an.

«Jetzt geht es in Richtung 30 Zentimeter», sagte Bernd Wahl gegenüber der Zeitung. Wahl ist Physiker am baden-württembergischen Seenforschungsinstitut in Langenargen (D).

Was staut das Wasser auf?

Am Dienstag dieser Woche betrug die Differenz gar 38,2 Zentimeter. Wie es dazu kommt, darüber können die Forscher derzeit nur Vermutungen anstellen. Ihr Interesse gilt aktuell vor allem den Abflussschwellen des Bodensees. Grund: Sie haben festgestellt, dass sich die Pegel veränderten, obwohl die Abflussmenge unverändert blieb. Daraus schliessen sie, dass sich die beiden Seen aufgestaut haben, allerdings in unterschiedlichem Masse.

Und was könnte das Wasser aufstauen, wo doch die stetige Erosion den Wasserabfluss eher beschleunigen müsste? Auch hier haben die Forscher einen Verdacht: Wasserpflanzen im Seerhein, die den Wasserdurchfluss vom Ober- in den Untersee abbremsen. Der Biologe Michael Dienst verweist auf das verstärkte Wachstum einer Laichkrautart im Konstanzer Seerhein. Dies könne eine gewisse Rolle spielen.

Für einen endgültigen Befund ist es laut Bernd Wahl noch zu früh. Die Entwicklung wolle er nicht als dramatisch werten, wie er dem «Südkurier» sagt. Derweil geht die Ursachenforschung weiter.

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