Aktualisiert 13.01.2006 14:41

Bodensee: Seepolizei muss Boot nach Romanshorn verlegen

Premiere für die Thurgauer Seepolizei: Erstmals musste sie wegen des tiefen Wasserstands im Bodensee eines ihrer Schiffe von Kreuzlingen nach Romanshorn verlegen.

Derweil steht der Seepegel in Konstanz weiterhin bei 2,37 Meter. Damit liegt er noch elf Zentimeter über jener Marke, die im Februar/März 1858 gemessen wurde und unter die der See seither nie mehr gesunken ist. Aber auch elf Zentimeter darüber reichten nach Angaben der Seepolizei vom Freitag nicht aus, damit ihr «Flaggschiff» TG 12 in Kreuzlingen anlegen kann.

Tiefster Dezember-Durchschnitt

In Romanshorn ist dagegen der See vor der Hafeneinfahrt tiefer ausgebaggert. Das ist allein schon deshalb nötig, um der Fähre Romanshorn-Friedrichshafen die Zufahrt zu gestatten. Diese legt den Weg über den See schon seit längerer Zeit nur noch mit dem halben Zuladegewicht zurück, weil sie sonst in Friedrichshafen nicht mehr im Hafen einlaufen könnte.

Auch wenn das Bodenseewasser derzeit noch höher steht als 1858, wurde im Dezember bereits ein anderer Rekord gebrochen: Noch nie seit 1816 lag der Durchschnittswert für den ganzen Dezember tiefer als 2005. Im Juli 1816 war in Konstanz mit der Wasserstandsmessung des Bodensees begonnen worden.

52 Zentimeter an einem einzigen Tag

Ein ganz anderer Rekord wurde Ende August während der starken Niederschläge gemessen, die in weiten Teilen der Alpen und Voralpen katastrophale Überschwemmungen ausgelöst hatten. Der Bodensee stieg damals um 80 Zentimeter an - 52 Zentimeter davon allein am 23. August. Das war der stärkste Anstieg, der je innerhalb von 24 Stunden gemessen wurde.

Damit der Bodenseepegel um einen Zentimeter ansteigt, müssen 5,4 Mio. Kubikmeter Wasser in den See fliessen. Für einen 52 Zentimeter höheren Pegelstand mussten also 280,8 Mio. Kubikmeter Wasser zufliessen.

Weil der Wasserstand aber schon das ganze Jahr 2005 hindurch unter dem langjährigen Mittel lag, stieg der See nie auf Hochwasserniveau. Schon Ende Dezember aber flossen durch den Rhein statt der durchschnittlich 350 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bei Schaffhausen nur noch 148 Kubikmeter ab.

(sda)

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