Steinhügel: Bodensee-Stonehenge – ist das Rätsel gelöst?
Aktualisiert

SteinhügelBodensee-Stonehenge – ist das Rätsel gelöst?

Die rätselhaften 170 Steinhügel auf dem Grund des Bodensees bei Uttwil TG sind viel älter, als bisher vermutet wurde.

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Diese Steinhügel im Bodensee geben Rätsel auf.

Diese Steinhügel im Bodensee geben Rätsel auf.

Technische Universität Darmstadt
Dieser Pfahl aus Pappelholz wurde aus einem der Hügel geborgen

Dieser Pfahl aus Pappelholz wurde aus einem der Hügel geborgen

Amt für Archäologie TG
Das Schichtprofil im ausgebaggerten Graben.

Das Schichtprofil im ausgebaggerten Graben.

Amt für Archäologie TG

Forscher haben herausgefunden, dass die Hügel in der Jungsteinzeit vor etwa 5500 Jahren aufgeschüttet wurden.

Möglicherweise gehören die Steinhügel zu Pfahlbauten, die ebenfalls tief unter Wasser liegen und noch der Entdeckung harren, wie das Thurgauer Amt für Archäologie am Freitag mitteilt. Es könnte aber auch sein, dass die Pfahlbauten «mittlerweile durch Seeeinwirkung vollständig wegerodiert» worden sind.

Das Amt für Archäologie schreibt von «sensationellen Resultaten» nach Baggerungen auf dem Seegrund. Das Tauchteam habe einen zwei Meter breiten Profilstreifen freigelegt. Mehrere, teilweise mit Beilen behauene Bauhölzer aus Pappel- und Eschenholz bestätigten, dass die Steinsetzung von Menschen errichtet worden sei.

In den nächsten Monaten wird das Amt für Archäologie die Dokumentation der Funde unter Wasser und die noch ausstehenden Analysen abschliessen. Ein internationales Forscherteam soll die Resultate danach evaluieren und in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichen.

2015 entdeckt

Die Steinhügel waren 2015 vom Institut für Seenforschung in Langenargen (D) bei Tiefenvermessungen entdeckt worden. Die Hügel haben jeweils einen Durchmesser von 15 bis 30 Metern und befinden sich in regelmässigen Abständen in einer Reihe in Ufernähe, rund viereinhalb Meter unter Wasser.

Am 19. September brachten die Forscher mit einem Schiff einen 30 Tonnen schweren Bagger mit einem 15 Meter langen Arm zum Hügel 5. Dort gruben sie einen rechtwinklig zum Ufer verlaufenden Schnitt durch die Steinsetzung. Dieser Sonderschnitt wurde dann von Tauchern genauer untersucht. Der in der Mitte 50 Zentimeter mächtige Hügel 5 liege direkt über den feinen nacheiszeitlichen Seeablagerungen, heisst es. «Erste Resultate der Radiokarbonmessungen sprechen dafür, dass Hügel 5 in der Jungsteinzeit vor etwa 5500 Jahren aufgeschüttet wurde.» (sda)

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