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FrauenfeldBodenseepegel auf tiefstem Stand seit 1850

Trockenheit und kein Ende: Der Pegel des Bodensees hat einen Rekord-Tiefstand erreicht. Den Bauern der Region droht ein Verbot für Wasserentnahmen.

von
eli
Das Ufer des Bodensees wird derzeit immer breiter. (Silvana Hungerbühler)

Das Ufer des Bodensees wird derzeit immer breiter. (Silvana Hungerbühler)

Auf 395,47 Metern ü. M. lag der Seepegel am Pfingstmontag bei Romanshorn – das ist der tiefste Wert für diese Jahreszeit seit 160 Jahren. Seither ist er weiter gesunken, wie Marco Baumann, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft beim Thurgauer Amt für Umwelt, bestätigt. «Das bisschen Regen, das seither gefallen ist, konnte an der Situation nicht viel ändern», sagt Baumann. Die Folgen für Pflanzen und Tiere seien noch nicht vollständig abseh- geschweige denn bezifferbar, so Baumann. Sicher sei, dass verschiedene Pflanzen im Uferbereich unter Wassermangel litten und Fische sich neue Laichplätze suchen müssten.

Prekär präsentiert sich die Lage auch in anderen Thurgauer Gewässern, etwa in der Thur. Baumann: «Am Sonntag wird über ein allfälliges Verbot von Wasserentnahmen entschieden.» Betroffen wären vor allem die lokalen Bauern. Für diese hätte ein Verbot laut Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, dramatische Folgen: «Im Gegensatz zu früheren Jahren, als die Verbote im Herbst erlassen wurden, käme es jetzt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.» Er fordert deshalb, dass zunächst ein genereller Aufruf zum Wassersparen erfolgen müsse.

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