Aktualisiert 28.03.2014 15:42

SPISM

Bodyguard-App soll Handy-Nutzer schützen

Lausanner Forscher haben eine Art Bodyguard für Handys entwickelt: Das Tool soll dereinst für uns entscheiden, welche persönlichen Informationen weitergegeben werden.

von
tob
Im Sommer soll die SPISM-App im Google Play Store zum Download bereitstehen. (Bild: EPFL)

Im Sommer soll die SPISM-App im Google Play Store zum Download bereitstehen. (Bild: EPFL)

Heute müssen Smartphone-Nutzer auf ihren Geräte alle Sicherheitsparameter manuell einstellen. Zum Beispiel, welche Apps auf den aktuellen Standort zugreifen oder welche Facebook-Freunde eigene Beiträge im Newsfeed sehen dürfen. In Zukunft soll sich dies ändern: Geht es nach der Vision der beiden Forscher Igor Bilogrevic und Kévin Huguenin der ETH Lausanne (EPFL) soll uns schon bald ihre App namens SPISM solche Entscheidungen abnehmen.

Das Programm wurde entwickelt, um persönliche Informationen vor Cyberkriminellen zu schützen, wie die Schweizer Forscher in ihrem Bericht (PDF) schreiben. Denn andere installierte Apps können personenbezogene Daten auslesen, ohne dass der Nutzer darüber informiert wird.

Die App ist lernfähig

Bisher befindet sich die Android-App in einer Testphase. Dereinst soll das Tool halbautomatisiert Einstellungen zur Privatsphäre beurteilen und in Richtlinien definieren. Dafür muss der Anwender beim Start rund hundert Fragen zur Privatsphäre beantworten. Anhand der Angaben soll SPISM dann selbstständig entscheiden, was für Informationen das eigene Smartphone an andere Nutzer oder an Apps von Drittherstellern weitergibt. Darunter sind Parameter wie der GPS-Standort oder Aktivitäten auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Foursquare.

Während der Nutzung soll die intelligente Software dazulernen: Kriterien wie Tageszeit, Standort oder Beziehungen zu anderen Facebook-Freunden sollen künftige Entscheidungen beeinflussen können. Laut den Forschern liegt der Smart-Privacy-Aware-Information-Sharing-Mechanism (SPISM) in bis zu 90 Prozent der Entscheidungen richtig. Stellt der Nutzer einen Fehler fest, kann dieser manuell korrigiert werden, was wiederum zum Lernprozess der App beiträgt.

Im Sommer geht SPISM in die nächste Testphase und soll dann im Google Play Store zum Download verfügbar sein. Ziel ist es, die App mit echten Daten zu füttern, um dann weitere Verbesserungen vornehmen zu können.

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