Börse in Angst
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Börse in Angst

Rezessionsängste, der tiefe Dollar und Befürchtungen vor einer Ausweitung der Kreditkrise haben die Aktienmärkte auch heute unter Druck gesetzt. An der Schweizer Börse mussten die Grossbankentitel Credit Suisse und UBS markante Verluste hinnehmen. Der Dollar erreichte gegen den Franken ein weiteres Rekordtief.

Der Swiss Market Index (SMI), der am Vortag erstmals seit August 2006 unter 8.000 Punkte gefallen war, blieb am Mittwoch den ganzen Tag im roten Bereich und schloss mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 7.747,5 Punkten. Der Schweizer Blue-Chips-Index hat damit seit Jahresbeginn bereits 7,5 Prozent verloren. Am schwersten ins Gewicht fielen am Mittwoch die Verluste des dollarsensitiven Titels von ABB mit minus 5,1 Prozent, aber auch der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS, die 4,6 beziehungsweise 3,0 Prozent absanken. Credit Suisse hatte im Tagesverlauf vorübergehend bis zu 7,6 Prozent und die UBS bis zu fünf Prozent verloren. Syngenta sank um 5,1 Prozent, Clariant um 4,2 Prozent. Die Luxusgüter- und Uhrenkonzerne Richemont und Swatch notierten bei Handelsschluss um 1,5 beziehungsweise 1,1 Prozent tiefer. Von den SMI-Titeln legte einzig Swisscom zu, und zwar um 2,2 Prozent.

Unsicherheiten über die Entwicklung der US-Konjunktur und die nach den Verlustzahlen der grössten US-Bank Citigroup noch immer virulenten Finanzmarktturbulenzen zogen die Börsen weltweit nach unten. In Frankfurt unterschritt der DAX die psychologisch wichtige Marke von 7.500 Punkten und schloss bei 7.471,57 Punkten, 1,25 Prozent schlechter als am Vortag. Der MDAX gab um 1,47 Prozent auf 8.432,48 Zähler nach, der TecDAX sogar deutlich um 4,41 Prozent auf 810,02 Punkte. Mailand und London schlossen ebenfalls im Minus.

Auch aus den USA kamen keine positiven Impulse: Nach Verlusten von 2,17 Prozent am Dienstag eröffnete der Dow-Jones-Index an der Wall Street in New York nur kurz besser, dann fiel er bis zum Vormittag um 0,38 Prozent auf 12.453,15 Punkte. Enttäuschende Ergebnisse beim Chip-Hersteller Intel trugen zur schlechten Stimmung bei.

Angesichts von Befürchtungen, die USA könnten auf eine Rezession zusteuern, waren zuvor auch die asiatischen Börsen in den Abwärtstrend geraten. In Tokio wie in Hongkong setzte eine massive Verkaufswelle ein. An der Börse von Tokio stürzte der Nikkei-Index um 3,35 Prozent auf 13.504,51 Punkte. Nicht anders sah der Trend in Australien, China, Südkorea und Neuseeland aus.

Der Schweizer Franken legte in der Nacht auf Mittwoch auf den internationalen Devisenmärkten gegenüber dem Dollar und dem Euro weiter zu. Der Dollar sackte vorübergehend auf ein neues Allzeittief von 1,0838 Franken ab. Der Euro fiel am Mittwochnachmittag vorübergehend auf 1,6085 Franken, den tiefsten Stand seit März 2007. Am frühen Abend notierten Dollar und Euro wieder bei 1,1010 beziehungsweise 1,6119 Franken. Die neue Frankenstärke wird im Handel mit den Unsicherheiten auf den Finanzmärkten erklärt.

(dapd)

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