Aktualisiert 23.01.2008 11:28

Börsen in Asien machen Boden gut

Die Börsen im Asien- und Pazifikraum haben sich in Reaktion auf die überraschende Not-Zinssenkung der US-Zentralbank von ihren schweren Vortagesverlusten zum Teil erholt. Eine Trendwende? Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet eine «erhebliche» Drosselung des weltweiten Wachstums.

An der Leitbörse in Tokio notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte eine gute Stunde vor Handelsschluss einen Gewinn von 168,89 Punkten oder 1,34 Prozent beim Stand von 12 741,94 Punkten. Allerdings hatte das Börsenbarometer anfangs noch um über 400 Punkte zugelegt, einen Teil der Gewinne jedoch später wieder abgegeben.

Auch an der Börse in Singapur schmolzen anfänglich starke Gewinne von über vier Prozent zwischenzeitlich wieder ab. So notierte der Straits Times Index bei 2865,55 Punkten, ein knappes Minus von einem Punkt oder 0,03 Prozent.

Der neuseeländische NZX50-Index legte um 8,16 Punkte oder 0,23 Prozent auf den Stand von 3615,30 Punkten zu. In Australien stieg der All Ordinaries Index um 210,90 Punkte oder 4,04 Prozent auf 5432,90 Punkte. Der indische Sensex-Index legte in Mumbai im frühen Handel zunächst um 773 Punkte oder 4,6 Prozent zu.

Die US-Zinssenkung werde zwar möglicherweise helfen, weitere scharfe Kursrückgänge zu verhindern. Doch bleibe abzuwarten, ob dies genug für eine Trendwende sei, erklärte Norihiro Fujito, Analyst bei Mitsubishi UFJ Securities in der japanischen Finanzzeitung «Nikkei» (Mittwochausgabe).

Es sei unklar, ob die US-Zentralbank die Investoren überzeugen könne, dass sie Willens sei, weiterhin die Zinsen zu senken, bis das erwünschte Ergebnis erreicht sei, hiess es.

IWF erwartet «erhebliche» Drosselung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten mit deutlichen Folgen für die Weltkonjunktur.

«Eine erhebliche Drosselung des globalen Wachstums für 2008 scheint bereits unvermeidlich, während die Abwärtsrisiken weiter vorherrschen», sagte IWF-Sprecher Masood Ahmed am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

Die Schwächung vieler Aktienmärkte in den vergangenen Tagen habe noch einmal die Belastung unterstrichen, welche die gegenwärtigen Verwerfungen an den Finanzmärkten für die weltweiten Wachstumsaussichten darstellen.

Die Leitzinssenkung der US-Notenbank um 0,75 Prozentpunkte nannte Ahmed unterdessen «angemessen und hilfreich». Es gebe keinen Zweifel, dass die Federal Reserve «bereitwillig» auf neue Entwicklungen, fundamental oder von den Finanzmärkten her, reagieren werde.

Der Sprecher begrüsste zudem das geplante Konjunkturprogramm der US-Regierung in Höhe von rund 145 Milliarden Dollar, das «auf kurze Sicht die Nachfrage stützen kann».

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.