Krisen-Gipfel: Börsen schiessen nach oben

Aktualisiert

Krisen-GipfelBörsen schiessen nach oben

Die europäischen Aktienmärkte reagieren erfreut auf die Beschlüsse des EU-Gipfels. Der französische Leitindex CAC 40 eröffnete 3 Prozent im Plus, auch der DAX und der SMI zeigen nach oben.

von
whr
Die Börse in Frankfurt reagierte erfreut über die Signale vom EU-Gipfel in Brüssel.

Die Börse in Frankfurt reagierte erfreut über die Signale vom EU-Gipfel in Brüssel.

Der deutsche Aktienmarkt reagiert mit starken Kursgewinnen auf die Einigung auf dem EU-Gipfel über weitere Finanzhilfen an Euro-Krisenländer. Der DAX stieg zu Handelsstart am Freitag um 2,6 Prozent auf 6.311 Punkte. In Paris notierte der CAC 40 über 3 Prozent im Plus und der SMI startete mit plus 1 Prozent. Der Euro legte seit Donnerstagnachmittag um gut anderthalb Cent zu und pendelte um die Marke von 1,26 Dollar. Der Schweizer Franken konnte dennoch die Kursuntergrenze von 1,20 Franken pro Euro halten.

Die nächtlichen Entscheidungen beim Euro-Gipfel in Brüssel haben an den wichtigsten Börsen in Asien für deutlichen Auftrieb gesorgt: Der japanische Nikkei-Index legte am Freitag im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 8.972,25 Punkte zu. Der südkoreanische Kospi-Index stieg um ebenfalls 1,1 Prozent auf 1.838,83 Zähler. In Hongkong wurde ein Plus des Hang-Seng-Index um 1,9 Prozent auf 19.387,14 Punkte verzeichnet. Auch in Australien wurden die Beschlüsse zur Rettung des Euro positiv aufgenommen: Der S&P/ASX 200-Index stieg um 1,3 Prozent auf 4.098 Zähler.

Tiefere Zinssätze auf Staatsanleihen

Die Staatsanleihen der angeschlagenen Euroländer Spanien und Italien haben mit einem deutlichen Rückgang der Zinssätze auf die Beschlüsse des EU-Gipfels reagiert. In Madrid sank die Rendite für richtungsweisende Anleihen mit der Laufzeit von zehn Jahren im Vormittagshandel über einen halben Prozentpunkt.

Mit 6,31 Prozent lag der Zinssatz am Freitagmorgen deutlich unter den Werten des Vortages, als er sich zeitweise knapp unter der Marke von sieben Prozent bewegte und damit auf einem Niveau, das die Staatsfinanzierung auf lange Sicht kaum mehr möglich macht.

Eine starke Entspannung der Lage zeigte sich auch bei den Staatspapieren in Italien. Hier sank die Rendite der zehnjährigen Anleihen deutlich unter die Marke von sechs Prozent und damit auf ein etwas gemässigteres Niveau. Zuletzt gab der Zinssatz um 0,42 Punkte auf 5,74 Prozent nach.

Noch heftiger zeigte sich die Kursreaktion bei spanischen und italienischen Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten. Bei zweijährigen Papieren aus Spanien gab die Rendite am Morgen um 0,76 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent nach. Bei italienischen Titeln gleicher Laufzeit ging sie ähnlich stark auf 3,42 Prozent zurück. Geringere Zinskosten entlasten die angespannten öffentlichen Haushalte in den Krisenländern.

(whr/sda/dapd)

Deine Meinung