Schwarzer Donnerstag: Börsen zittern, UBS verliert
Aktualisiert

Schwarzer DonnerstagBörsen zittern, UBS verliert

Die Aktienmärkte zeigen weltweit wieder nach unten. Ein Gemisch aus Rezessionsängsten und hoher Inflation zieht die Kurse der Unternehmen nach unten. In der Schweiz muss vor allem die UBS wieder zittern.

von
Lukas Hässig

Der gestrige Donnerstag war ein schwarzer Börsen-Tag. Minus 2,4 Prozent bei den grössten Titeln in der Schweiz, minus 3 Prozent in New York und Frankfurt lautete das Verdikt nach der Schliessung der Märkte. Heute früh begann der Tag nicht besser, Tokio rasselte zunächst fast 3 Prozent in die Tiefe. Ruhe für die gebeutelten Investoren ist keine in Sicht.

Es ist ein explosives Gemisch, dass die Weltmärkte nach mehreren Einstürzen und Erholungsphasen in den letzten Monaten erneut ins Zittern bringt. Auf der einen Seite droht weiterhin eine scharfe Konjunkturabkühlung, selbst eine Rezession, das heisst einige Monate bis Jahre Schrumpfung der Wirtschaft, ist nicht auszuschliessen. Gleichzeitig scheint der anhaltende Preisaufstieg noch lange nicht zu Ende. Stotternde Wirtschaft mit happiger Inflation ergibt Stagflation – dieses Schreckensszenario hat erneut an Aktualität gewonnen.

Schlechte Arbeitsmarktdaten aus den USA befürchtet

In den USA waren es gestern neue Indikatoren zur Beschäftigung, die Richtung Abkühlung weisen und den Aktienkursen in den Staaten sowie in deren Fahrwasser auch in der Schweiz zusetzten. Mehr Leistung und Output standen in Übersee im zweiten Quartal weniger Arbeitsstunden gegenüber. Die Arbeiter und Angestellten Amerikas arbeiteten somit produktiver, was als Zeichen der Stärke gesehen werden könnte. Doch die Investoren betrachten das Glas derzeit eher als halb leer. Die Firmen stehen auf der Anstellungsbremse, bauen ab statt auf. Schrumpfung statt Wachstum ist angesagt.

Mit Spannung werden die heutigen US-Arbeitsmarktdaten erwartet. Die Mehrheit der Auguren rechnet mit Zahlen, die auf eine weitere Abkühlung der Wirtschaft hindeuten.

In Europa macht den Verantwortlichen vor allem die hartnäckige Inflation zu schaffen. Die europäische Zentralbank prognostiziert für den laufenden Monat eine Teuerungsrate von 3,5 Prozent, vor Jahresfrist rechnete sie noch mit 2,6 Prozent. Erst 2010 soll die Teuerung wieder unter die angestrebten 2 Prozent fallen, eine Grösse, bei der von stabilen Preisen gesprochen wird.

UBS drohen weitere Abschreiber auf US-Subprime-Positionen

Auch in der Schweiz zogen diese Woche düstere Wolken auf. Die Analysten der UBS senkten am Mittwoch ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr von 2,3 auf noch 1,9 Prozent. Die Teuerung bleibt derweil hartnäckig auf rund 3 Prozent. Für das ganze Jahr rechnet der Bund mit 2,5 Prozent Inflation, ein Wert, der letztmals 1993 mit 3,3 Prozent überschritten worden war.

Besonderes Augenmerk liegt erneut auf der Grossbank UBS. Gestern gehörten deren Titel mit minus 5 Prozent zu den grossen Verlierern an der Börse. Dem unter faulen Milliardenpositionen im US-Hypothekenmarkt leidenden Finanzkonzern drohen weitere Abschreiber. Trotz den Aussagen der UBS-Führung, das Gröbste überstanden zu haben, können noch viele Milliarden Dollar zu den bereits rund 42 Milliarden abgeschriebenen hinzukommen. Der für die Berechnung einiger UBS-Positionen massgebliche ABX-Index der Firma Markit zeigt nämlich nach einer Erholung im Sommer erneut nach unten (siehe Grafik). Für vermeintliche Qualitätspapiere mit Aaa-Rating hat der Index die 45-Punkte-Grenze durchbrochen und liegt knapp über dem Tiefststand von Mitte Juli, als die US-Hypothekenvermittler Fannie Mae und Freddie Mac ins Trudeln geraten waren.

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