Interview: Börsenguru: «Nicht den Verlockungen erliegen»
Aktualisiert

InterviewBörsenguru: «Nicht den Verlockungen erliegen»

Die Börsenkurse auf der ganzen Welt vollführen einen wilden Tanz. Der Börsenguru der Wirtschaftszeitung «Cash», Alfred P. Herbert (70), rät zu Besonnenheit.

Kann man nach dem positiven Tag gestern jetzt aufatmen oder soll man verkaufen?

Alfred P. Herbert: Panik ist und bleibt ein schlechter Berater. Nie ins Loch kaufen und nie im Gipfelsturm kaufen ist die Überlebensstrategie.

Gibt es für Anleger ohne Finanzkenntnisse in dieser Phase alternative Anlagen, um das Börsenrisiko zu umgehen?

Herbert: Nein, bleiben Sie bei den Titeln des Swiss Market Index. Auf soliden Titeln leidet es sich in schlechten Zeiten leichter als mit einem Rucksack voll Schrott.

Sind wir jetzt am Anfang einer längeren Korrekturphase?

Herbert: Wir sind bereits mittendrin – und möglicherweise haben wir den Keller schon gesehen.

Wem verdanken wir die aktuelle Nervosität?

Herbert: Die Aussicht auf ein Wiederauftauchen der Inflation. Die massive Verteuerung der Rohwarenkosten wird mit einer Verzögerung von 6 bis 12 Monaten voll auf die Teuerungsrate schlagen. Diese unangenehme Tatsache trifft uns im Herbst/Winter.

Was sollte man jetzt tun?

Herbert: Vorsichtiger disponieren, nur Erstklassiges kaufen, den Verlockungen nicht erliegen. Es gibt keine billigen Aktien, nur preiswerte Papiere.

(mhb)

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