Aktualisiert 16.01.2016 15:32

ShitstormBösch wettert gegen Adoption für Gays

Kantonsratskandidatin Sarah Bösch lässt sich auf Facebook über die mögliche Stiefkindadoption durch Homosexuelle aus. Darauf folgt ein Shitstorm.

von
jeb
Der Post von Sarah Bösch.

Der Post von Sarah Bösch.

Kein Anbieter/Screenshot Facebook

«Homo-Paare sollen Kinder adoptieren dürfen: Bin absolut dagegen!», hat Sarah Bösch am Mittwoch auf Facebook geschrieben. Kinder hätten das Recht auf Vater und Mutter. Sie sei auch ein Adoptivkind. Zum Wohle der Kinder und zur Wahrung der Grundrechte würde sie sich gegen eine mögliche Homo-Adoption wehren, so Bösch weiter.

Das Statement wird von vielen nicht goutiert. Auch SP-Kantonsratskandidat Dominik Dietrich stösst der Post von Bösch sauer auf: «In einem liebevollen Zuhause spielt es keine Rolle, ob die Eltern gleichgeschlechtlich sind oder nicht. Der Mensch und nicht das Geschlecht steht in Vordergrund.»

Ein weiterer Kommentator gibt zu bedenken, dass der Umgang mit den Kindern wichtiger sei als das Geschlecht der Eltern: «Ich glaube, zwei Väter oder zwei Mütter sind viel besser als nur eine Mutter ohne Vater oder ein Vater ohne Mutter! Das Wichtigste ist, dass das Kind geliebt wird.» Weitere User zielen mit denselben Argumenten direkt auf Bösch: Als alleinerziehende Mutter würde sie auch nicht das ideale Familienmodell vorleben. Bösch wollte gegenüber 20 Minuten ihre familiäre Situation nicht näher erläutern oder kommentieren.

Doppelt und dreifach schwierig

Doch Bösch erhält auf Facebook auch Unterstützung. «Homosexuelle sind keine Vorbilder für Heranwachsende», schreibt ein Kommentator. Oder Kinder von Homosexuellen würden in der Schule vermutlich von den anderen Kindern gemobbt.

Promille-Check für Bösch

Das sieht auch Bösch so: «Ich habe als Pädagogin selber erlebt, dass Kinder es komisch finden, wenn zwei Männer als Paar zusammen sind. Kinder lachen darüber.» Da sei klar, dass betroffene Kinder in der Schule gemobbt würden. «Ich bin selber adoptiert und weiss, was es heisst, sich damit auseinanderzusetzen.» Zusätzlich auch noch gleichgeschlechtliche Eltern zu haben, wäre für Bösch eine Zumutung. «Das wäre doppelt und dreifach schwierig.»

Salamitaktik

Deshalb setzte sie sich dafür ein, dass die Stiefkindadoption nicht erlaubt wird. Sie wittere nämlich eine politische Salamitaktitk: «Wenn man die Stiefkindadoption erlaubt, ist es nur noch ein kleiner Schritt, die generelle Adoptionsmöglichkeit durch homosexuelle Paare einzuführen.»

Sarah Bösch kandidiert auf der von ihr initiierten Stadtliste für den St. Galler Kantonsrat. Die Wahlen finden am 28. Februar statt. Schweizweit wurde sie als «Bier-Bösch» bekannt, weil sie sich nach einer Blaufahrt auf Facebook über polizeiliche Massnahmen ihr Gegenüber Luft verschaffte.

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