Blamage gegen Färöer: Böse Erinnerungen an die Zipfelmütze
Aktualisiert

Blamage gegen FäröerBöse Erinnerungen an die Zipfelmütze

1990 besiegte ein Team aus Holzfällern und Schafzüchtern Österreich sensationell mit 1:0. Eine weitere Schmach will die ÖFB-Elf bei der Rückkehr auf die Färöer unbedingt verhindern.

von
pre

Am 12. September 1990 erlebte Österreich die grösste Schmach seiner Fussball-Geschichte. Sensationell verlor die ÖFB-Elf im schwedischen Landskrona gegen die Färöer Inseln mit 0:1. Zum Symbol des österreichischen Untergangs wurde die Zipfelmütze von Torhüter Jens Martin Knudsen, der mittlerweile Torhüter-Trainer beim Fussball-Zwerg ist. Der Wollmützen-Träger brachte die österreichischen Stürmer mit seinen Paraden immer wieder zur Verzweiflung und sicherte dem Underdog den nicht für möglich gehaltenen Sieg.

«Unser Torhüter hatte einen aussergewöhnlichen Tag», erzählt Joannes Jakobsen, Kapitän von damals, immer wieder gern. «Gegen Knudsen war es für die Stürmer der Österreicher wirklich sehr schwer. Auch wenn diese mit Toni Polster den damaligen Torschützenkönig der Primera Division stellten und sie vorher von einem 10:0 sprachen.»

Auch Torhüter Knudsen erinnert sich gerne an den Coup von damals: «Unser Ziel war es, nicht höher als 0:5 zu verlieren. Deswegen haben wir das Spiel in Fünf-Minuten-Perioden eingeteilt. Wir wollten immer nur die nächsten fünf Minuten überstehen und schliesslich haben wir gewonnen. Ihre Vorbereitung war damals aber eine Schande für den Fussball, das werden sie sicher nicht noch einmal machen.»

Keine Gedanken an die Vergangenheit

Mittlerweile spielen die Färöer nicht mehr im schwedischen Exil, sondern zuhause im 6000 Zuschauer fassenden Nationalstadion von Tórshavn auf Kunstrasen. Trotzdem brachten die Insulaner die Österreicher nochmals an den Rand einer weiteren Niederlage. In der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika trotzten die Fähringer den «Ösis» ein 1:1 ab. Nun muss das Team von Marcel Koller nach dem definitiven Aus für die WM 2014 erneut beim Angstgegner antreten.

Einen Gedanken an eine weitere Schmach verschwendet der Schweizer aber nicht. «Das ist lange her. Wir haben das nicht mehr aufgearbeitet», erzählt Koller bei der Pressekonferenz in Tórshavn. «Die Färöer sind gut in der Defensive und trauen sich daheim auch nach vorne mehr zu. Entscheidend wird sein, dass wir sie permanent unter Druck setzen.» Auch das schnell wechselnde Wetter lässt Koller kalt. «Es ist nicht entscheidend, ob hier ein Dach darüber ist, ob es waagrecht schüttet oder windet.»

Bleibt Koller?

In Österreich ist das Hauptthema aber nicht, ob sich ihr Nationalteam erneut blamiert. Vielmehr interessiert, wie die Zukunft von Koller aussieht. Bleibt der österreichische Teamchef oder geht er zum 1. FC Nürnberg? Fans und Verband würden den allseits beliebten Zürcher gerne halten. Ob das bei einer weiteren Blamage gegen die Fähringer so bleibt, darf allerdings bezweifelt werden.

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