«Reiche Arme»: Böse Kommentare, aber auch Lob für Grübel
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«Reiche Arme»Böse Kommentare, aber auch Lob für Grübel

Die Schweiz habe reiche Arme, urteilt Ex-UBS-Chef Oswald Grübel in einer Kolumne – und sorgt dafür bei den 20-Minuten-Usern für eine hitzige Debatte.

von
ram
Richtige Armut? Gibt es in der Schweiz nicht, findet Oswald Grübel.

Richtige Armut? Gibt es in der Schweiz nicht, findet Oswald Grübel.

Dass sich ausgerechnet ein Topmanager über Armut auslässt, der in seiner Zeit als UBS-Chef Millionen scheffelte, kommt bei vielen nicht gut an. 49 Prozent der 20-Minuten-User finden Oswald Grübels Aussage, die Schweiz habe «reiche Arme», eine Frechheit. «So kann nur einer reden, der Stutz hat bis zum Geht-nicht-mehr», sagt etwa Amira. «Was für ein Hohn für jemanden wie mich, der sich den Hintern aufreissen muss, um die Familie durchzubringen», schreibt auch D.

Dennoch: 43 Prozent der User halten die Aussagen Grübels zwar für überspitzt, stimmen seinen Argumenten aber grundsätzlich zu. So schrieb der Ex-Banker unter anderem, «dass man mit 2200 Franken im Monat zwar keine grosse Sprünge machen kann», verglichen mit den Nachbarländern sei die in der Schweiz geltende Armutsgrenze allerdings hoch.

«Wird zu schnell gejammert»

User swissgnoemli pflichtet ihm bei: «In der Schweiz ist wirklich niemand arm, höchstens die, die sich nicht dafür haben, aufs Sozialamt zu gehen. Habe in meinem Bekanntenkreis Leute, die immer jammern. Aber man hat ein iPhone und die Wohnung bezahlt das Sozialamt.» Ähnlich sieht dies Enkido: «Hier jammern teilweise Singles mit einem Einkommen von 3900 Franken, weil sie damit 'nur' eine 2.5-Zimmer-Wohnung beziehen und die Ferien 'nur' in Mallorca verbringen können.»

Eifrig diskutiert wird auch Grübels Plädoyer, im benachbarten Ausland shoppen zu gehen. Denn, so der Grossverdiener, nur wegen der «zum Teil exorbitanten Preise» sei die Armutsgrenze in der Schweiz so hoch angesetzt. Es sei völlig daneben, den Einkaufstourismus so zu propagieren, meint User Mike. «Klar können Produkte günstiger angeboten werden, wenn man den Mitarbeitern gerade mal 400 Euro monatlich bezahlt. Und dass mit jedem Einkauf im Ausland wieder irgendwo eine Verkäuferin in der Schweiz ihren Job verliert, ist ihm wohl auch egal.» Einen ganz anderen Einwand hat User Chrigel Egli: «Ich frage mich, wie man im Ausland einkaufen gehen soll, wenn man nicht an der Grenze lebt und sich kein Auto leisten kann.»

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