Bohlen und Ex-Partner Anders beenden Rechtsstreit
Aktualisiert

Bohlen und Ex-Partner Anders beenden Rechtsstreit

Mit einem Vergleich haben der Pop-Produzent Dieter Bohlen und sein früherer Modern-Talking-Partner Thomas Anders einen zweijährigen Rechtsstreit um Schmerzensgeld beendet.

Anders, der ursprünglich mit einer Forderung von einer Million Euro einen Forderungsrekord in der Medienwelt aufgestellt hatte, gab sich mit der am Freitag vor dem Berliner Kammergericht erzielten gütlichen Beilegung mit 60.000 Euro von Bohlen und dessen Verlag für einen wohltätigen Zweck zufrieden.

Beide Künstler liessen sich durch ihre Anwälte vertreten. Bestandteil des Vergleichs ist, dass Anders keine weiteren Schmerzensgeldforderungen erhebt. Ursache des Verfahrens war die Behauptung in Bohlens Bestseller «Hinter den Kulissen», Anders habe gemeinsam erwirtschaftete Tournee-Gelder in die eigene Tasche gesteckt. Das Landgericht Berlin hatte bereits in Juni entsprechende Textpassagen verboten.

Anders scheiterte mit seiner Zusatzforderung von einer Million Euro Schmerzensgeld im Februar. Das Berliner Landgericht wies sein Klage ab. Das Gericht liess anklingen, dass der Schlagersänger mit seiner Forderung Werbeinteressen verfolgt haben könnte. Anders ging gegen dieses Urteil in die Berufung und reduzierte gleichzeitig seine Forderung auf 250.000 Euro.

Der Neunte Zivilsenat des Kammergerichts bezeichnete die ursprüngliche Forderung von Anders erneut als «eindeutig zu hoch». Der Vorsitzende Richter Leopold Nippe sagte, auch unberechtigte und verleumderische Behauptungen müssten nicht zwangsläufig Geldzahlungen dieser Höhe nach sich ziehen.

Sein Vorschlag auf Reduzierung der Forderung auf 60.000 Euro unter der Massgabe, sie an eine caritative Einrichtung weiterzureichen, wurde von beiden Seiten angenommen. Ein komplexer Verteilerschlüssel der Gerichtskosten führt jedoch dazu, dass auch auf Anders als Kläger noch erhebliche Zahlungen zukommen. Die Kosten allein für die erste Instanz liegen bei fast 14.000 Euro.

Die Managerin von Anders, Gaby Allendorf, sagte, der Vergleich stelle den Sänger «nur halb zufrieden». Immerhin hätten Bohlen und sein Verlag mit unwahren Behauptungen Geld verdient. Das sei anhand der Auflagenzahlen nachweisbar. Daran seien die Forderungen von Anders orientiert gewesen, der seit Jahren caritative Einrichtungen unterstütze und dies auch mit den 60.000 Euro von Bohlen und dessen Verlag tun werde. Welche Einrichtungen Anders als Empfänger auswähle, sei die Sache des Künstlers und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sagte Allendorf.

(dapd)

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