Bohlens Buch findet reissenden Absatz
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Bohlens Buch findet reissenden Absatz

Trotz mehrerer einstweiliger Verfügungen gingen 200'000 Exemplare des umstrittenen neuen Enthüllungsbuch von Dieter Bohlen am Tag des Verkaufstarts über die Ladentheken.

Mehrere Prominente, darunter Bohlens Ex-Musikpartner Thomas Anders, hatten vergeblich versucht, den Verkaufstart gerichtlich zu verhindern. Sie sehen von Bohlens Schilderungen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Bohlen bezeichnete die von Anders sowie Eva Herman, Jens Riewa und Jenny Elvers vergangene Woche erwirkten einstweiligen Verfügungen gegen das Werk mit dem Titel «Hinter den Kulissen» als «pille-palle». Der 49-Jährige sagte am Samstagabend in der ZDF-Sendung «Wetten, dass...?», die Leute seien «wie verrückt in die Läden gerannt». Auch in Frankfurt am Main war das Buch in zahlreichen Buchhandlungen bereits wenige Stunden nach Ladenöffnung ausverkauft.

Unterdessen behält sich der Verlag Random House juristische Schritte gegen Herman, Riewa und Elvers vor. «Wir sind überrascht, mit welchen dürftigen Begründungen hier einstweilige Verfügungen erwirkt worden sind», sagte der Geschäftsführer von Random House, Klaus Eck, der «Welt am Sonntag». Dem Verlag könnte schwerer wirtschaftlicher Schaden entstehen. «Die Antragsteller müssen wissen, dass sie ein grosses Risiko eingehen», wird Eck zitiert.

In der «Bild»-Zeitung wies Bohlen Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Schilderungen zurück: «Ich stehe zu jedem Wort, zu jedem Punkt und Komma und werde da keinen Millimeter abweichen.» Laut «Bild» sehen Anders, Herman, Elvers und Jens ihre Persönlichkeitsrechte verletzt und werfen Bohlen vor, gemeinsame Begegnungen nicht wahrheitsgemäss wiedergegeben zu haben. Das Blatt zitierte dazu Bohlen mit der Versicherung: «Ich kann vor Gericht alles beweisen. Deutschland wird erfahren, wer hier die Wahrheit sagt und wer nicht.»

Dagegen sagte der Sänger der Pop-Gruppe Pur, Hartmut Engler, der «Welt am Sonntag», dass in dem Buch auch Begegnungen zwischen ihm und Bohlen nicht richtig wiedergegeben seien. Keines der ihm zugeschriebenen Zitate sei wirklich von ihm. «Er hat das eine oder andere verwechselt, weggelassen, vergessen, umformuliert, dazuerfunden, frei interpretiert oder sogar nur geträumt», sagte Engler, der sich allerdings nicht juristisch zur Wehr setzen will.

«Wetten, dass...?»-Moderator Thomas Gottschalk kritisierte Bohlen wegen seines Buches und der darin enthaltenen Angriffe auf seinen ehemaligen Partner bei «Modern Talking», Thomas Anders, scharf: «Für mich ist es ein Gesetz der Fairness, das man nach zwölf gemeinsamen Jahren bei 'Modern Talking' sagt: Wir haben Tolles zusammen erlebt, wir haben Mist zusammen erlebt - aber Schwamm drüber. Aber damit verkauft man wohl keine Bücher», sagte Gottschalk der «Bild am Sonntag». (dapd)

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