Bohrende Fragen für Bush
Aktualisiert

Bohrende Fragen für Bush

US-Präsident George W. Bush hat sich am Donnerstag den Fragen der Untersuchungskommission zu den Terroranschlägen vom 11. September gestellt.

Dabei ging es um die Vorwürfe, wonach Bush die terroristische Bedrohung zu Beginn seiner Amtszeit nicht ernst genug genommen habe. Die mehrstündige Befragung hinter verschlossenen Türen fand im Arbeitszimmer des Präsidenten statt. Die zehn Mitglieder der Kommission begaben sich dazu am Vormittag (Ortszeit) ins Weisse Haus.

An der Sitzung nahmen auch Vizepräsident Richard Cheney und der Rechtsvertreter der Regierung, Alberto Gonzalez, teil. Die Kommission veröffentlicht in diesem Sommer ihren Abschlussbericht und könnte damit auch Bushs Wahlkampf für eine zweite Amtszeit beeinflussen. Bushs Aussagen werden möglicherweise erst mit Vorlage des Abschlussberichts veröffentlicht.

Das Weisse Hause hatte zunächst eine Vernehmung des Präsidenten und seines Vize abgelehnt, im vergangenen Monat nach öffentlichem Druck jedoch eingelenkt. Für die Befragung wurden aber besondere Bedingungen ausgehandelt, darunter der Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch gegen die öffentliche Befragung von Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hatte die Regierung sich gesperrt - und letztlich doch nachgegeben.

Rice sagte bei ihrer Anhörung vor der Kommission Anfang April, die vor den Anschlägen auf das World Trade Center bekannt gewordenen Warnungen hätten sich überwiegend auf US-Einrichtungen im Ausland bezogen. Auch ein Regierungsdokument vom 6. August 2001 habe keine neuen Informationen über eine akute Bedrohung enthalten. Aus Regierungskreisen verlautete, Bush werde vermutlich bekräftigen, dass er von einer Bedrohung durch das Terrornetzwerk El Kaida gewusst habe, es aber keine Hinweise auf Ort und Zeit eines Anschlags gegeben habe.

Die Aussagen Bushs und Cheneys würden nicht unter Eid erfolgen, erklärt Präsidentensprecher Scott McClellan vor Beginn der Sitzung. Aber die beiden würden «es genau so schildern, wie es passiert ist». Präsident und Vize würden «die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit» sagen, meinte auch der einst in der Parteiführung der Republikaner aktive Rich Bond. Die Befragung sei eine Art Schlussstrich für die Regierung, sagt er. Nach der Aussage von Bush und Cheney könne sie darauf verweisen, dass alle betroffenen Parteien vor den Ausschuss getreten sind und dass «nichts unversucht blieb». (dapd)

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