Bohrendes Problem in Zypern
Aktualisiert

Bohrendes Problem in Zypern

Ungeachtet wütender türkischer Proteste wird Zypern die Suche nach Erdöl unter dem Meeresboden um die drittgrösste Mittelmeerinsel fortsetzen.

«Die Türkei droht und provoziert. Wir üben unsere Rechte aus, die aus unserer Souveränität entspringen und setzen die Suche (nach Erdöl) fort», sagte der zyprische Präsident Tassos Papadopoulos am Mittwoch in Athen nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis.

Damit reagierte Papadopoulos auf Warnungen aus Ankara, die Suche nach Erdöl um Zypern ohne die Zustimmung der türkisch-zyprischen Volksgruppe könnte den Frieden und die Stabilität auf Zypern und im östlichen Mittelmeer gefährden.

Der griechische Premier Karamanlis erinnerte: «Die Türkei hat sich gegenüber der EU verpflichtet, gute nachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen und das internationale Recht zu respektieren.»

Ausschreibung eingeleitet

Die Regierung in Nikosia hatte vor rund einer Woche die Ausschreibung für Aufträge zur Erforschung möglicher Erdölvorkommen südlich und südwestlich der Mittelmeerinsel Zypern eingeleitet.

Bis Mitte Juli können interessierte Unternehmen sich um die Exploration in dem rund 60 000 Quadratkilometer grossen Seegebiet bewerben. Experten vermuten unter dem Meeresboden Erdölvorkommen von mehr als 15 Milliarden Fass.

Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU Recht gilt jedoch nur im Süden und nicht im international nur von der Türkei anerkannten und seit 1974 von türkischen Truppen besetzten Norden der Insel. (sda)

Deine Meinung